Mitscherlich, Alexander

 

(1908–1982), [HIS, GES, KLI]. Alexander Harbord Mitscherlich war in der Bundesrepublik Dt. ein führender Psychoanalytiker und Schriftsteller. Er wurde in München geb., studierte dort Geschichte, Kunstgeschichte und Phil. ohne abschließende Promotion, stand Ernst Jünger und Ernst Niekisch nahe, studierte dann Med. in Berlin und in der Schweiz, promovierte 1941 bei Viktor von Weizsäcker mit einer Dissertation Zur Wesensbestimmung der synästhetischen Wahrnehmung in Heidelberg zum Dr. med. und habilitierte sich 1946. Nach Kriegsende war er als Leiter einer Kommission zur Beobachtung der Nürnberger Ärzteprozesse tätig. 1947 begründete Mitscherlich die Zeitschrift Psyche, 1950 gründete er die Klinik für Psychosomatische Med. in Heidelberg und 1960 das Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt am Main. Mitscherlich wurde vor allem durch seine tiefenpsychol. (Tiefenpsychologie) Analysen der westdt. Gesellschaft bekannt: Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft. Ideen zur Sozialps. (1963), sowie die gemeinsam mit seiner Frau Margarete Mitscherlich (1917–2012) verfassten Bände Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens (1967) und Die Idee des Friedens und die menschliche Aggressivität. Vier Versuche (1969). Mitscherlich erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter 1969 den Friedenspreis des Dt. Buchhandels.

Referenzen und vertiefende Literatur

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