Mobile-Aufgabe

 

(= M.) [engl. mobile task], [DIA, EW, KOG], die M. ist ein von Carolyn Rovee-Collier (Rovee-Collier & Cuevas, 2009) entwickeltes operantes Konditionierungsverfahren, durch das das Gedächtnis bei Babys zw. dem 2. und 6. Lebensmonat untersucht werden kann. Bei dieser verhaltensbasierten Gedächtnisprüfung lernt das Baby durch Strampeln ein über seinem Bettchen angebrachtes Mobile in Bewegung zu versetzen. In dem dreiphasigen Design wird in der Baselinephase die indiv. Grundstrampelrate bestimmt, während das Baby im Bettchen liegend mit seinem Füßchen über ein Gummiband mit einer Vorrichtung neben dem Bettchen verbunden ist. Das Mobile über dem Baby wird dadurch nicht bewegt. In der Verstärkungsphase ist das Band mit dem Mobile verbunden, sodass das Strampeln das Mobile bewegt. Die Wahrnehmung des sich bewegenden Mobiles hat verstärkende Wirkung (konjugierte Verstärkung), wodurch sich die Strampelrate erhöht. In der Extinktionsphase (Auslöschung), die direkt nach der Verstärkungsphase oder zeitlich verzögert analysiert werden kann, wird das Gummiband erneut mit der Vorrichtung neben dem Bettchen verbunden, wodurch die Bewegung des Mobiles unterbleibt und die Löschung des Verhaltens studiert werden kann.

Mittels der M. konnte operante Konditionierung ab dem 2. Lebensmonat nachgewiesen werden. Die Extinktionsgeschwindigkeit des Erlernten verlangsamt sich mit zunehmendem Alter, denn Rovee-Collier hat gefunden, dass Säuglinge immer längere Intervalle tolerieren zw. dem Ende der Verstärkungsphase und der erneuten Präsentation des sich bewegenden Mobiles, zum Zwecke der Verzögerung der Extinktion des Verhaltens. Dies bedeutet, dass das gelernte Verhalten (Lernen, Lernforschung) immer länger aufrechterhalten bleibt bzw. reaktiviert werden kann. Während allg. angenommen wird, dass die M. implizites Gedächtnis erfasst, da es um Verhaltenslernen geht, das inkrementell erfolgt, versteht Rovee-Collier die erneute Vorgabe des sich bewegenden Mobiles in der Extinktionsphase analog zu einer Erinnerungshilfe und schließt (auch) deswegen nicht aus, dass es hier um nicht-sprachliches, explizites Gedächtnis gehen könnte.

Referenzen und vertiefende Literatur

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