Modafinil

 

(= M.), [PHA], Stimulans (Psychostimulanzien) mit unklarem Wirkmechanismus. Einfluss auf mehrere Neurotransmittersysteme (Erhöhung der Konzentrationen von Orexin, Noradrenalin, Serotonin), auch der Dopamintransporter (Dopamin) wird – wie bei klassischen Stimulanzien − in erheblichem Ausmaß blockiert. Erhöhung des glutamatergen und Reduktion des GABAergen Tonus. M. ist nur noch zugelassen zur Behandlung der Narkolepsie. Einschlafattacken und Tagesmüdigkeit werden reduziert, die Kataplexie wird weniger beeinflusst. Günstige Erfahrungen liegen auch vor bei Neg.symptomatik i. R. von Schizophrenien und bei Kokainabhängigkeit. Allerdings ist bei Gabe an Pat. mit Substanzabhängigkeiten (Sucht- und Substanzbezogene Störungen) bes. Vorsicht geboten, wenn auch Abhängigkeitsentwickungen bisher nicht beschrieben wurden. M. unterliegt daher nicht der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV). M. wird allerdings als sog. Neuroenhancer von Gesunden missbraucht. Eliminationshalbwertszeit 12−15 Std., extensive hepatische Metabolisierung, keine aktiven Metaboliten, renale Exkretion. Gegeben werden Dosierungen zw. 200 und 400 mg tgl. Häufigste unerwünschte Wirkungen sind Angst und Depression, Appetitminderung, Schwindel, kardiale und gastrointestinale Störungen. Gefürchtet, aber selten sind lebensbedrohliche Hautreaktionen. In den USA ist auch das länger wirksame Armodafinil, das rechtsdrehende R-Enantiomer des Razemats M., zugelassen.