Modalitätseffekt

 

(= M.) [engl. modality effect; lat. modus Art und Weise], [MD, PÄD], der M. wurde in der instruktionspsychol. Forschung (Instruktionspsychologie) mehrfach nachgewiesen und bildet die Grundlage für das Modalitätsprinzip (Mayer, 2009). Es ist eines der zahlreichen evidenz-basierten Prinzipien (Evidenzbasierung) zur optimalen Gestaltung von multimedialen Instruktionen (z. B. Bild- und Textinformationen;  Multimedia-Effekt) und besagt, dass Lernende dann besser mit multimedialen Instruktionen (Instruktionale Erklärungen) lernen, wenn der Text auditiv (gesprochen) anstatt visuell (geschrieben) präsentiert wird. Die folg. drei Erklärungsansätze werden häufig verwendet. (1) Die Aufmerksamkeitsteilung (split attention) zw. versch. visuellen Informationen (Bild und geschriebener Begleittext) fällt bei auditiver Präsentation des Begleittextes weg. (2) Es entsteht eine visuell-räumliche Belastung (visuo-spatial load) bei rein visueller multimedialer Instruktion, nicht jedoch bei der Nutzung versch. Modalitäten, da auditiver Text im auditiven und visuelle Bildinformation im visuellen Subsystem des Arbeitsgedächtnis parallel verarbeitet werden können und somit zu einer Erhöhung der Arbeitsgedächtniskapazität führt. (3) Bei auditiver Informationsverarbeitung können Informationen für eine gewisse Zeit im sensorischen Register  repräsentiert werden und zur Aufrechterhaltung von verbalen Informationen im Arbeitsgedächtnis beitragen, auch wenn der Text aktuell nicht mehr (auditiv) präsentiert wird und die lernende Person sich dazugehörige Bildinformation anschaut (auditory recency). Dagegen wird bei rein visueller Informationsverarbeitung die aktuell eingehende visuelle Bildinformation die gerade im sensorischen Register repräsentierte (visuelle) Textinformation überschreiben. An den zahlreichen exp. Studien zum M., bei denen häufig sehr kurze computergesteuerte Instruktionen verwendet werden, wird die oft mangelnde ökologische Validität kritisch betrachtet. Dies hat in jüngster Zeit zur Diskussion von Randbedingungen des M. geführt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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