Motherese

 

(= M). [engl. «Mutterisch» oder«Elterisch»], [EW, KOG], bez. eine sprachliche Varietät, die Eltern in der sprachlichen kommunikativen Interaktion (Eltern-Kind-Beziehung) mit Säuglingen produzieren, es ist ein Fall von Infant Directed Speech (IDS) oder Child Directed Speech (CDS). In der Literatur wird nicht klar angegeben, ob mit M. IDS oder CDS gemeint ist, manche setzen es auch mit Babytalk oder Ammensprache gleich. Generell gilt für IDS und CDS, dass die Eltern die unausgebildete Sprach- und Sprechkompetenz in der sprachlichen Kommunikation berücksichtigen und intuitiv versuchen, diese zu fördern, sowohl was die Sprachproduktion als auch die Sprachrezeption betrifft. Säuglinge/Kleinkinder müssen den Lautstrom erst in bedeutungsunterscheidende (Phonem) und bedeutungstragende Einheiten (Morphem) segmentieren lernen, rezeptiv und produktiv, was die Grundleistung der Syntax ist. Daher muss die Segmentationsleistung durch geeignete Sprechangebote erleichtert werden, Produktionen des Kleinkindes korr., selektiv verstärkt (Verstärkung) sowie erweitert werden. Entsprechend sind Merkmale von M. langsames, der Aufmerksamkeit adaptiertes Sprechen, Überbetonung und Wiederholung suprasegmentaler Sprechmerkmale wie Tonhöhe und -modulation, Betonung von Morphemgrenzen, Holophrasen, einfache Sätze, die variiert werden. Weinert & Grimm (2012) verstehen M. als Lehrende Sprache, die sich v. a. an Kinder im Alter von 24 bis 27 Monate richtet. Es findet dann schon ein Wechselsprechen statt, das es den Eltern erlaubt, dass die kindlichen Produktionen aufgreifend zu variieren (z. B. erweitern, wiederholen, korrigieren) und Fragen stellen zu können, um kindliches Sprechen anzuregen, wobei nach wie vor einfache Nominalphrasen dominieren. M. ist auch Modelllernen (Beobachtungslernen), da das Kind sich an den elterlichen Sprechproduktionen orientieren kann, wobei M. primär dem Erlernen der Syntax dient. Sprachentwicklung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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