MTO-Konzept

 

(= M.), [AO], geht davon aus, dass Mensch, Technik und Organisation in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit und ihrem Zus.wirken verstanden werden müssen (Arbeitsanalyse). Menschliche Arbeitstätigkeit findet mehrheitlich in Arbeitssystemen statt, die aus einem sozialen und einem technischen Teilsystem bestehen, die je für sich und in ihrer Beziehung zueinander zu analysieren, aber gemeinsam zu gestalten sind. Die Wechselwirkungen zw. den sozialen und den technischen Komponenten von Arbeitssystemen werden im Konzept des soziotechnischen Systems in bes. Weise berücksichtigt (vgl. Emery & Trist, 1960). Soziotechnische Systeme sind offene und dynamische Systeme; sie erhalten Inputs aus der Umwelt und geben Outputs in die Umwelt ab. Das Konzept der soziotechnischen Systemgestaltung postuliert explizit die Notwendigkeit, den Technologieeinsatz und die Organisation gemeinsam zu optimieren (joint optimization).

Das M. (Strohm & Ulich, 1997 Ulich, 2011) geht vom Primat der Aufgabe aus. Die Arbeitsaufgabe verknüpft einerseits das soziale mit dem technischen Teilsystem, sie verbindet andererseits den Menschen mit den organisationalen Strukturen. Für Hacker (2005, 15) ist der Arbeitsauftrag bzw. seine Interpretation oder Übernahme als Arbeitsaufgabe «die zentrale Kategorie einer psychol. Tätigkeitsbetrachtung …, weil mit der ‹obj. Logik› seiner Inhalte entscheidende Festlegungen zur Regulation und Organisation der Tätigkeiten erfolgen». Für Volpert (1987, 14) gilt: «Der Charakter eines ‹Schnittpunktes› zw. Organisation und Individuum macht die Arbeitsaufgabe zum psychol. relevantesten Teil der vorgegebenen Arbeitsbedingungen.» Die Aufgabenverteilung zw. Mensch und Technik spielt eine zentrale Rolle für die Entwicklung und Konstruktion von Produktionssystemen und zugleich auch für die Rolle des Menschen im Produktionsprozess. Die Art der Mensch-Maschine-Funktionsteilung bestimmt den Grad der Automatisierung sowie die mögliche Autonomie der Beschäftigten. Die Aufgabe ist also nicht nur «Schnittpunkt» zw. Organisation und Individuum, sondern zugleich Kern des soziotechnischen Systems und Fokus arbeitspsychol. Gestaltungskonzepte.

Dies gilt auch für die weitere Entwicklung i. R. von Arbeit 4.0. «Das MTO-Konzept stellt durch den sozio-technischen Ansatz eine der wesentlichen Methoden zur Analyse menschlicher Arbeitsbedingungen in der Produktion dar und ermöglicht dadurch die Identifikation relevanter Stellhebel bei der Planung zukünftiger Produktionssysteme» (Bengler et al., 2017, S. 54 f.; vgl. dazu auch Hacker, 2018).  «Dabei wird eine systemische Gesamtbetrachtung der Faktoren Mensch, Technik und Organisation (MTO) bei der Entwicklung und Implementierung von Arbeitssystemen angestrebt ...» (Deuse et al., 2018, 197). Ein für die Realisierung derartiger Konzepte geeignetes Vorgehen findet sich in der Mensch-Technik-Organisationsanalyse.

Referenzen und vertiefende Literatur

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