Multimedia-Effekt

 

(= M.) [engl. multimedia effect], [MD, PÄD], unter dem M. versteht man mit Mayer (2009) den instruktionsps. Befund, dass beim Lernen aus multiplen Repräsentationen eine visuelle Informationspräsentation in Form von Texten und Bildern einer rein textuellen Präsentation des gleichen Lernmaterials in Hinblick auf den erzielten Lernerfolg überlegen ist. Der Effekt ist grundlegend für die Annahme, dass der Einsatz multimedialer Lehr-Lern-Systeme den Wissenserwerb effizient fördern kann. Gängige theoretische Modelle zum Lernen mit Neuen Medien, wie die Cognitive Theory of Multimedia Learning (CTML) von Mayer (2009) erklären den Effekt vor dem Hintergrund der Dualen Kodierungstheorie von Paivio mit der besseren mentalen Repräsentationen und Verfügbarkeit multimedial im Vergleich zu monomedial präsentierter Information. Der Effekt ist in einer Vielzahl von Untersuchungen repliziert und gilt als empirisch gesichert. Allerdings gibt es eine Reihe spezifizierender Bedingungen etwa in Hinblick auf die Gestaltung der bildlichen Information, den inhaltlichen Bezug bildlicher und textueller Information sowie der kogn. Prozesse bei der Integration textueller und bildlicher Informationen, die als Kohärenzbildung bez. werden (Brünken & Leutner, 2008). Zudem scheinen indiv. kogn. Unterschiede etwa hinsichtlich des räumlichen Vorstellungsvermögens sowie indiv. Lernerpräferenzen die Lerneffizienz unterschiedlicher Präsentationsformen ebenfalls zu beeinflussen. Kritik an der Forschung zum M. wird v. a. an der oft mangelnden ökologische Validität der exp. Studien geäußert, bei denen häufig sehr kurze Instruktionssequenzen unter systemgesteuerten Präsentationsbedingungen verwendet werden.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.