Musiktherapie

 

(= M.) [engl. music therapy], [KLI], benutzt musikalische Erfahrungen zur Verbesserung der persönlichen Befindlichkeit i. S. eine Reaktivierung von Erlebnisqualitäten und einer Entwicklung von psych. und physischer Stabilität bzw. Flexibilität angestrebt (Abbau von Wahrnehmungsdeformationen und Angstbarrieren). Die erste musiktherap. Fachvereinigung, die National Association for Music Therapy (NAMT) wurde 1950 in den USA gegründet. Zwei musiktherap. Hauptrichtungen können unterschieden werden: (1) Die konfliktzentrierte Methode zielt darauf ab, pat.-bezogene Probleme zu identifizieren, mit dem Ziel der emot. Analyse (Anwendung u. a.: neurotische, psychosomatische und postpsychotische Störungen). (2) Die verhaltenszentrierte Methode bezieht sich stärker auf die Gegenwart, und die Musik wird in der Kommunikation als Medium und Schutzraum verwendet (Anwendung u. a.: AutismusEntwicklungsstörungen und hirnorganische Störungen, körperliche und geistige Behinderung). Bei der aktiven M. wird differenziert zw. produktiver M., d. h. dem instrumentalen und verbalen Improvisieren, und reproduzierender M., d. h. dem instrumentalen Spielen und Singen nach vorgegebenen Mustern. Bei der rezeptiven M. tritt Musik in Kombination mit anderen Verfahren und Medien auf. Es erfolgt eine Kombination von Musik und Atemtraining, Muskelspannung und -entspannung, Hypnose, Maltherapie, katathymem Bilderleben, Bewegung, Tanz etc. Zur spezif. Wirksamkeit von M. liegt noch keine große Zahl von Wirksamkeitsprüfungen vor, aber die M. arbeitet an der Entwicklung spezif. Evaluationsprotokolle.

Referenzen und vertiefende Literatur

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