Negative Übung

 

[engl. negative practice], [KLI], ein 1932 von Dunlap entwickeltes und in den 1950er-Jahren v. a. von Vertretern der Hull’schen Lerntheorie analysiertes Verfahren. Diese verhaltenstherap. Technik (Verhaltenstherapie) beruht auf der Annahme, dass mehrmalige gezielte Wiederholung eines best. Verhaltensmusters allmählich zum Verschwinden eben dieses Verhaltensmusters führt. Der Pb muss also die sonst unwillkürlich auftretende Verhaltensweise (Tic-Störungen, Sprechstörung, Nägelbeißen usw.) mehrmals hintereinander willkürlich wiederholen. Diese mehrmalige Wiederholung des störenden Verhaltensmusters erzeugt ein reaktives Hemmungspotenzial (Ermüdung). Die Beendigung dieser Reaktionswiederholungen wirkt belohnend (Entspannung, Verstärkung), sodass eine neue Gewohnheit – nämlich das störende Verhaltensmuster nicht mehr zu zeigen – gelernt wird (konditionierte Hemmung). Diese neue Gewohnheit wirkt dann der Tendenz, das störende Verhaltensmuster zu zeigen, entgegen. Anwendungsbereiche: Sprechstörungen, Bewegungsstereotypien. paradoxe Intention.

Referenzen und vertiefende Literatur

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