neonatales Abstinenzsyndrom

 

 (= NAS) [engl. neonatal abstinence syndrome], [EW, GES], beschreibt einen Symptomkomplex (Symptom, Syndrom), der nach pränataler Substanzexposition (Substanzmissbrauch) mit einer Inzidenzrate von 50−95% bei Neugeborenen als Folge direkter Intoxikation und des postnatal einsetzenden Entzugs beobachtet werden kann und durch den mütterlichen Konsum von Opiaten und/oder Stimulanzien, Sedativa, HalluzinogenenAlkohol und Nikotin während der Schwangerschaft bedingt wird. Polytoxikomaner Konsum erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Manifestation. Je nach Art, Schwere und Zeitpunkt des mütterlichen Substanzkonsums kann das NAS durchschnittlich zw. 24 und 72 Stunden nach der Entbindung auftreten. Das Neugeborene kann dabei Zeichen autonomer Dysregulation sowie zentralnervöse (Zentralnervensystem), gastrointestinale und respiratorische Symptome zeigen. Die Therapie des Syndroms richtet sich nach der Ausprägung der Symptomatik. Die Grundlage bildet ein nicht medikamentöses Vorgehen, bestehend aus einer reizarmen Umgebung, enger räumlicher Begrenzung, Frühfütterung sowie der Verabreichung von Elektrolyt- und Flüssigkeitsersatz. Schwere klin. Verläufe des Syndroms erfordern den Einsatz von Opiaten und/oder Sedativa sowie intensivmedizinische Betreuung. Zur Diagnosestellung werden neben Drogenscreening und mütterlicher Drogenanamnese auch Scoring-Systeme (z. B. Finnegan-Score) eingesetzt. Neugeborenen-Diagnostik.

Verwendete Literatur

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