Netzwerk, semantisches

 

(= sem. N.) [engl. semantic network], [KOG], s.N stellen in der kogn. Ps. und Sprachps. eine mögliche Form der Wissensrepräsentation im Langzeitgedächtnis (Gedächtnis) dar und werden auch in Modellierungen i. R. künstlicher Intelligenz verwendet. Ein sem. N. basiert auf der Idee eines lokalen Netzwerks (Netzwerkmodelle, Anderson, 1976). In einem sem. N. werden Konzepte und sem. Beziehungen zw. Konzepten repräsentiert. Die Konzepte werden über Knoten (nodes) und die Beziehungen über Verbindungen (links, arcs, edges) zw. den Knoten dargestellt. Die Verbindungen können hierbei assoziativ sein (dann assoziatives Netzwerk; vgl. HAM-Modell) oder über hierarchische Beziehungen (z. B. Kategoriezugehörigkeit: ein Rabe ist ein Vogel ist ein Tier ist ein Lebewesen etc.) sowie andere sem. Beziehungen (häufig auch Eigenschaften) zw. den Knoten (z. B. Rabe hat Federn, Rabe kann fliegen, Rabe baut Nest etc.) Auskunft geben. N. bilden die architektonische Grundlage für klass. Spreading-Activation-Modelle (spreading activation) der semantischen Aktivierung und des Gedächtnisabrufs. Hierbei wird angenommen, dass Aktivierung automatisch zu benachbarten/verbundenen Knoten fließt, wenn ein Knoten aktiviert wird.

Referenzen und vertiefende Literatur

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