Neugierverhalten, spezifisches

 

(= s.N.) [engl. specific curiosity], syn. spezifische Neugier, Neugier. [EM], s.N. ist N., das durch konkrete Umweltgegebenheiten angeregt wird. Dieses ist nach Berlyne (1974) zu unterscheiden von dem diversiven N., wobei die Aktivationstheorie bzw. das Aktivationsniveau zur Unterscheidung herangezogen wird (Neugierverhalten, diversives). S.N. wird hiernach bei hohem Aktivationsniveau gezeigt. Beim s.N. bemühen sich Menschen, Informationen zu sammeln, um die bei ihnen durch konkrete Sachverhalte ausgelöste Unsicherheit zu reduzieren. Sachverhalte, die s.N. auslösen, haben nach Berlyne unterschiedliche Qualitäten. Berlyne benutzt den Begriff kollative Variablen, die im Deutschen auch Variablen des Vergleichs genannt werden, denn es werden immer versch. Gegebenheiten miteinander verglichen. Bei der Neuartigkeit/Veränderung wird Stimulusmaterial mit früher Bekanntem verglichen, bei der Komplexität versch. Elemente von Mustern, beim Konflikt zeitgleich angeregte Reaktionen, beim Überraschungswert erfahrene Stimuli mit erwarteten, bei Ungewissheit zeitgleich angeregte Erwartungen. Variablen des Vergleichs lösen Verhalten bei Lebewesen aus: Lokomotion, Fragenstellen, Manipulationen und perzeptive Zuwendung. Durch diese versch. Explorationsarten bemühen sich Lebewesen, die ausgelöste Unsicherheit zu reduzieren. Hierdurch sammeln sie zum einen Informationen über sich selbst und zum anderen über ihre Umwelt. Somit hat die Reduktion der Unsicherheit einen Informationsgewinn zur Folge, der für Lebewesen sehr bedeutend ist. Verhalten, das zur Unsicherheitsreduktion führt, sollte verstärkt (Verstärkung) und somit subj. als angenehm empfunden werden (Schmalt & Langens, 2009).

Referenzen und vertiefende Literatur

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