Neurolinguistisches Programmieren (NLP)

 

[engl. neurolinguistic programming; gr. νεῦρον (neuron) Nerv, lingua Sprache], [KLI, KOG], das NLP entstand Anfang der 1970er-Jahre in den USA und geht auf den damaligen Mathematikstudenten und späteren Psychologen R. Bandler und den Linguisten J. Grinder zurück, die davon ausgingen, dass jeder Mensch die Informationen aus der ihn umgebenden Welt in Form einer indiv. Landkartenserie abbildet. Die durch versch. Sinneskanäle aufgenommene Information wird auf versch. Karten (im visuellen, auditiven und kinästhetischen Repräsentationssystem) gespeichert und strukturiert. Das NLP versucht, Prinzipien aus den systemischen Ansätzen von G. Bateson, der Gestalttherapie nach F. Perls, der Familientherapie nach V. Satir und der Hypnotherapie nach M. H. Erickson unter Berücksichtigung der Repräsentationssysteme des Menschen zu nutzen bzw. wenig entwickelte Repräsentationssysteme auszubauen. Die Entwicklung des NLP hat sich abseits der Wissenschaft vollzogen und es wurden dabei Überzeugungen und Methoden hinzugefügt, deren Richtigkeit unbelegt ist oder die inzwischen sogar als widerlegt gelten. So ist z. B. die zentrale Überzeugung, dass man aufgrund der Blickrichtung eines Menschen beim Nachdenken eine best. Persönlichkeitszuschreibung vornehmen könnte, mehrfach empirisch widerlegt worden. Auch die Behauptung, mittels Augenbewegungen Lügen erkennen zu können, konnte nicht bestätigt werden. [www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0040259].

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.