Neuron

 

(= N.) [engl. neuron; gr. νεῦρον (neuron) Nerv], [PHA], syn. Nervenzelle, Ganglienzelle; die aus einer Nervenzelle und ihren Fortsätzen bestehende funktionelle, zellige Einheit des Nervensystems. N. sind Zellen, die auf Empfang, Leitung und Übertragung elektrochemischer Signale spezialisiert sind. Ihre Formen- und Größenvielfalt ist beträchtlich. Das einzelne N. besteht aus einem Nervenzellkörper (von einer semipermeablen Zellmembran umschlossen) mit Zellkern, kurzen, der Afferenz dienenden, häufig mehrfach verzweigten Dendriten (gr. Bäumchen) und dem typischerweise relativ langen (in der Peripherie bis länger als 1 m), der effektorischen Weiterleitung dienenden Axon mit meist mehreren synaptischen Endigungen. Das N. steht über Synapsen mit anderen Nervenzellen oder Empfängerzellen (z. B. Muskelzellen) in Verbindung. Es werden drei Typen von N. unterschieden: (1) sensorische N., sie übertragen die von den Rezeptoren empfangenen Impulse zum Zentralnervensystem ZNS. Rezeptoren sind hier spezialisierte Zellen in den Sinnesorganen, Muskeln oder der Haut, die auf physikal. oder chemische Veränderungen reagieren und diese in Impulse umsetzen, die dann über die sensorischen Nerven weitergeleitet werden; (2) Motorn., sie leiten die vom Gehirn oder vom Rückenmark kommenden Signale zu den Effektororganen, nämlich den Muskeln und Drüsen; (3) Intern., die mit ihren Fortsätzen auf ein eng umschriebenes Gebiet beschränkt bleiben. Sie erhalten ihre Signale von sensorischen N. und senden ihre Signale zu anderen Intern. oder zu den Motorn. Intern. finden sich nur im Gehirn, den Augen und im Rückenmark. Ihre Funktion besteht darin, die neurale Aktivität innerhalb einer best. Hirnstruktur zu integrieren, Nervenimpulse selektiv weiterzugeben, und sind im Verbund in der Lage, Informationen zu verarbeiten oder zu speichern. Die meisten N. haben jedoch die Aufgabe, Signale von einer Struktur zur nächsten weiterzuleiten. Die aus Hunderten oder Tsd. von verlängerten Axonen dieser Neurone bestehenden Bündel werden als Nerven bez., im ZNS als Tractus (Singular und Plural). Ansammlungen von Zellkörpern im ZNS werden als Kerne oder Nuclei (Singular: Nucleus, ebenso wie der Zellkern) bez. Im peripheren NS heißen sie dagegen Ganglien.

Referenzen und vertiefende Literatur

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