Neuropsychologische Untersuchungsverfahren

 

(= n. U.) [engl. neuropsychological technics/methods], [BIO, DIA], eine multimethodale Sammlung (Diagnostik, multimethodale) versch. Verfahren, die von der Selbst- und Fremdanamnese (Anamnese, Selbstbericht, Fremdbericht) der Verhaltensbeobachtung und -proben bis hin zu standardisierten Test und Beurteilungsskalen reicht. N. U. werden in der neuropsychologischen Diagnostik mit dem Ziel eingesetzt, Zusammenhänge zw. beobachtbarem Verhalten und dessen anatomischen, physiol. und biochemischen zerebralen Grundlagen aufzuklären. Die n. U. werden zur Diagnostik, zur Einschätzung des Schweregrads einer Erkrankung, zur Erfassung des Krankheitsverlaufs, der Interventions- bzw. Pflegeplanung sowie zur Therapieevaluation eingesetzt. I. d. R. handelt es sich um standardisierte Verfahren (psychometrische Tests, Psychometrie) in Papier- und Bleistift- oder in computerisierter Form, mit denen sich kogn. und affektive Zustände von Personen objektivieren lassen. Untersucht werden zumeist das intellektuelle Leistungsniveau, die Sprachfunktionen (Sprachstörungen, Aphasie), versch. Bereiche des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit, der Sensomotorik sowie spez. bildungs- und berufsabhängige Leistungen und Bereiche der Affektivität (z. B. depressive Symptome, Angst), aber auch Krankheitseinsicht und Motivation (Behandlungsmotivation, Interessen und Eigeninitiative). Neuere computergestützte Verfahren beschäftigen sich zudem mit der Entwicklung von Testszenarien in virtueller Realität. Angesichts einer Fülle zur Verfügung stehender Verfahren ist es eine wesentliche Aufgabe des Untersuchers für seine Fragestellung Testverfahren hypothesengeleitet auszuwählen und dabei sowohl theoretische Modelle über spezif. Leistungsaspekte und Subprozesse versch. kogn. Funktionsbereiche als auch funktionell-neuroanatomische Zusammenhänge (Neuroanatomie) zu berücksichtigen. Schließlich gilt es – wie bei jeder psychol.-diagn. Fragestellung – die Eigenschaften der Tests bzgl. Testgütekriterien (Gütekriterien) kritisch zu bewerten.

Referenzen und vertiefende Literatur

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