NICHD Early Child Care Network

 

[engl. NICDH Netzwerk Fürsorge in der frühen Kindheit], [PÄD], ist ein 1991 gegründetes Konsortium von zehn US-amerik. Forschergruppen (mit Headquarter am NICHD: National Institute of Child Health and Human Development), die bereits zuvor Forschungsstudien über den Einfluss außerfamiliärer Betreuung auf die kindliche Entwicklung vorgelegt hatten. Da jedoch die Ergebnisse aus diesen Studien uneinheitlich waren, hat dieses Netzwerk in den Jahren 1991–2007 über 1300 Kinder vorrangig aus Familien der amerik. Mittelschicht im Längsschnitt (Längsschnittuntersuchung) von Geburt an gemeinschaftlich untersucht (NICHD Early Child Care Network, 1994) und dabei v. a. ihre Betreuungsmuster (familiär wie außerfamiliär; einschließlich der Betreuung durch Verwandte und Kindermädchen im Hause der Familie sowie Kindertagespflege, Krippe und Kindergarten) wie auch die Schulanpassung in den Blick genommen. In den ersten drei Lebensjahren wurden mehr als 20% der Kinder in Kindertagespflege, 8% in Krippen und etwa 50% zu Hause von Verwandten (z. B. Großeltern) oder Kindermädchen zusätzlich betreut; im Alter von drei Jahren gingen mehr als 90% der Kinder regelmäßig in eine Kindereinrichtung. Mehrfach und in einem engen Zeitraster untersuchte das Netzwerk die Kinder, befragte ihre Eltern, Betreuer, Erzieher und Lehrer beobachtete sie in Interaktion mit ihnen; auch wurde die Betreuungsqualität (Kinderbetreuung, Struktur-, Prozess- und Orientierungsqualität) wiederholt erfasst sowie alle Beobachtungen und Tests zentralisiert ausgewertet. Mehrere hundert Publikationen sind seither entstanden, die über folg. entwicklungspsychol. Kernaussagen detailliert informieren: (1) Eltern haben einen nachhaltigeren Einfluss als jede zusätzliche Betreuung auf die kindliche Entwicklung; (2) zusätzliche Betreuungserfahrungen untergraben keineswegs die Mutter-Kind-Bindung, die aus sich selbst heraus gestaltet und aufrechterhalten werden muss; (3) die Verhaltensentwicklung des Kindes wird bei zusätzlicher Gruppenbetreuung komplizierter; sie kann zu differenziertem prosozialen Verhalten führen, unter mangelhafter Betreuungsqualität jedoch auch Verhaltensauffälligkeiten bis in die Schulzeit fördern; (4) Vorteile für die Denk- und Sprachentwicklung ergeben sich nur bei hoher Betreuungsqualität.

Verwendete Literatur

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