Nikotin

 

(= N.) [engl. nicotine], [BIO, PHA], im Tabak enthaltener Stoff. Wirkt auf nikotinerge Acetylcholinrezeptoren. Trotz der großen Bedeutung sind die psych. und zentralnervösen Wirkungen noch nicht voll aufgeklärt. In kleineren Dosen soll es zur kurzfristigen Erhöhung subj. und obj. Aktiviertheit, Verbesserung von Reaktionszeit und Konzentration, Aggressivitäts- und Angstreduktion und Muskelentspannung kommen. Auch das Ausmaß der subj. verstrichenen Zeit ist verkürzt. Kleinere Dosen erzielen meist Aktivitätserhöhung und besseres Lernen von Vermeidungsreaktionen. Im EEG zeigt sich Arousal. Höhere Dosen bewirken Verschlechterung des Lernens und Sedation im limbischen System mit Reduktion emot. Erregung (sog. biphasische Wirkung). Es liegen jedoch sich widersprechende Befunde vor, was sich meist durch indiv. unterschiedliche N.empfindlichkeit erklären lässt. Die unklaren Wirkungen von N. auf das Verhalten sind möglicherweise aus den komplexen Wirkungen im ZNS und VNS zu erklären (Nervensystem). Nach Tierversuchen erregt N. in sehr niedrigen Dosen die cholinergenSynapsen im VNS, blockiert sie in höheren Dosen. Zusätzlich erregt N. in adrenergen Systemen die Freisetzung von Katecholaminen. N. ist in der Neuro-Psychopharmakologie eine wichtige exp. Substanz. Vergleichbare cholinerge Substanzen werden als nikotinähnlich bzw. nikotinerg (im Ggs. zu muskarinähnlich bzw. muskarinerg, Muskarin) bezeichnet.

Referenzen und vertiefende Literatur

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