Objekterkennung

 

(= O.) [engl. object recognition], [KOG, WA], eine Grundthese der O. ist, dass es eine Erkennung nur geben kann, wenn vorher eine Repräsentation im Gehirn gebildet worden ist. Erkennen heißt eigentlich Wiedererkennen oder Vergleichen mit einer internen Repräsentation. Wenn die Übereinstimmung zw. Gesehenem und Gespeichertem ausreichend ist, gilt das Objekt als erkannt. Ein Schlüsselproblem ist, dass versch. Ansichten des gleichen Objekts sehr unterschiedlich aussehen können und trotzdem als Ansichten des gleichen Objekts identifiziert werden (Peissig & Tarr, 2007). Es gibt zwei Haupttheorien der Objekterkennung (Objekterkennung, Modelle, mentale Rotation). Bei der visuellen Objekterkennung werden Gehirnareale im Temporallappen (ventraler Pfad) besonders aktiviert. O. kann unterschiedliche Bedeutungen haben, je nachdem wie genau ein Objekt betrachtet wird. Wenn wir ein Objekt sehen und spontan benennen, benutzen wir meistens die Grundkategorie (basic level category) dieses Objekts. Z. B. nennen wir Gegenstände in einem Arbeitszimmer Stühle oder Tische. Neben der Grundkategorie werden zusätzlich eine untergeordnete und eine übergeordnete Ebene unterschieden. Wenn wir sagen, dass der Stuhl im Arbeitszimmer ein Bürostuhl ist, nennen wir ihn auf einer untergeordneten Ebene (subordinate level). Wenn wir dagegen den Stuhl und den Tisch im Arbeitszimmer als Möbel bez., benutzen wir eine übergeordnete Ebene (superordinate level). Die Benennung eines Objekts auf einer dieser Ebenen wird als Kategorisierung bezeichnet. Bei der Identifikation wird ein Objekt als einzelnes Exemplar erkannt; etwa so: «Hier liegt das Buch, das ich gestern gekauft habe.»

Referenzen und vertiefende Literatur

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