Östrogene

 

[engl. estrogens; gr. οἶστρος (oistros) Stachel, sinnliche Leidenschaft], syn. Estrogene, [BIO], Steroidhormone, die wichtigsten sind Östradiol, Östron und Östriol. Östradiol ist die biol. aktivste und somit wichtigste Substanz. Östrogene werden bei der Frau hauptsächlich in den Eierstöcken in Follikeln und im Gelbkörper sowie zu einem kleinen Teil auch in der Nebennierenrinde gebildet. Während der Schwangerschaft produziert auch die Plazenta Östrogene. Beim Mann werden Östrogene in sehr geringen Mengen in den Hoden gebildet, zudem wird Testosteron im Fettgewebe durch das Enzym Aromatase in Östrogene umgewandelt. Östrogene bewirken die Entwicklung von weiblichen Geschlechtsorganen (Uterus, Zervix, Vagina) und weiteren Geschlechtsmerkmalen (Brustdrüse, weibliche Stimme). Der Östrogen-Spiegel steigt während der Reifung eines Follikels in der ersten Phase des weiblichen Zyklus kontinuierlich an, signalisiert auf diese Weise der Hypophyse die Reife der Eizelle und bewirkt so indirekt die Ovulation (Eisprung). Östrogene scheinen auch für die psych. Gesundheit der Frau eine Bedeutung zu haben; so scheinen sowohl postpartum (nach der Geburt) als auch postmenopausale (nach der Menopause) Depressionen mit dem niedrigeren Östrogenspiegel bzw. dessen raschem Absinken in diesen Phasen zus.zuhängen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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