Olanzapin

 

(= O.) [engl. olazapine], [PHA], trizyklisches, strukturell vom Clozapin abgeleitetes Antipsychotikum aus der Gruppe der sog. atypischen Antipsychotika. O. antagonisiert neben Dopaminrezeptoren (D1 – D5) zahlreiche andere Neurorezeptoren, insbes. 5-HT2-Serotonin- und muskarinische Acetylcholinrezeptoren, daneben auch a1-adrenerge und H1-Histaminrezeptoren.  Bioverfügbarkeit ca. 80%,  Eliminationshalbwertszeit 30-60 Stunden. Hepatische Metabolisierung über N-Glukuronyltransferase, Flavinmonooxygenase, CYP1A2 und nachgeordnet auch CYP2D6. Therapeutischer Referenzbereich für die Plasmakonzentration: 20-80 ng/ml. Bei Rauchern ist der Metabolismus von O. durch die dadurch bedingte Induktion von CYP1A2 beschleunigt, die gemessenen Plasmakonzentrationen niedriger als bei Nichtrauchern. Zugelassen zur Behandlung von Schizophrenien (Schizophrenie, Psychopharmakotherapie), von mittelschweren und schweren manischen Syndromen (Manie) und zur Phasenprophylaxe bei Pat. mit bipolaren Störungen (bipolare Störungen, Psychopharmakotherapie), deren manische Episode auf die Behandlung mit O. angesprochen hat. Klinisch wichtigste und häufigste unerwünschte Wirkung ist eine oft sehr ausgeprägte Gewichtszunahme, oft bis zur Induktion eines metabolischen Syndroms. Unter keinem anderen Antipsychotikum (Ausnahme: Clozapin) sind Gewichtszunahme und metabolische Veränderungen so ausgeprägt wir unter O. Andere häufige unerwünschte Wirkungen sind Schläfrigkeit und Sedierung, orthostatische Hypotonieextrapyramidalmotorische Störungen und Hyperprolaktinämie. Die Dosierung beträgt zu Beginn 5-10 mg täglich, zugelassene Tageshöchstdosis ist 20 mg, es werden jedoch auch höhere Dosierungen vertragen. O. ist für die parenterale Akutbehandlung auch in intramuskulärer Applikationsform und als Olanzapinpamoat für die Depotbehandlung (Depotantipsychotika) verfügbar. Bei letzterem kann es zu dem seltenen, aber gefürchteten sog. Postinjektionssyndrom kommen, einer akuten  Intoxikation durch O. durch akzidentelle Injektion in ein Blutgefäß.