Ontologie

 

(= O.) [engl. ontogenesis; ὄν (on) das Seiende, γένεσις (genesis) Entstehung], «Lehre vom Seienden», [PHI], phil. Disziplin, heute als weitgehend deckungsgleich mit der Metaphysik angesehen, befasst sich mit den grundlegenden Zügen der Wirklichkeit. Nennt man etwas, das existiert, eine Entität, so lautet eine Grundfrage der O., welche allgemeinsten Arten (Kategorien) von Entitäten es gibt und welche Beziehungen zw. ihnen bestehen. Zu den ältesten o. Fragen gehört das Universalienproblem. Nach dem auf Platon zurückgehenden und auch heute von manchen vertretenen Universalienrealismus existieren nicht nur Einzeldinge, z. B. einzelne rechteckige Tische oder einzelne hilfsbereite Menschen, sondern auch abstrakte Entitäten, wie die «Rechteckigkeit» oder die «Hilfsbereitschaft»; sie bilden, zusätzlich zur Kategorie der Einzeldinge, die Kategorie der Universalien. Dem steht die Auffassung gegenüber, dass es Allgemeines nur i. d. S. gibt, dass viele einzelne Dinge durch dasselbe Wort (z. B. «Mensch») bezeichnet werden können (Nominalismus) bzw. unter denselben Begriff fallen (Konzeptualismus). Als weitere Kategorien sind u. a. Mengen, Zahlen, Strukturen und Tatsachen vorgeschlagen worden. Auch von diesen wird in der O. gefragt und kontrovers diskutiert, ob sie als reale Entitäten zu betrachten sind. Eine andere o. Grundfrage lautet, ob es, zusätzlich zum Existieren, noch andere Arten des Seins gibt, die z. B. Objekten wie Hamlet zukommt, der zwar nicht existiert, jedoch «Gegenstand» von Gedanken und Aussagen ist.

Der logische Positivismus erklärte o. Aussagen als sinnlos und schlug vor, sie als Fragen der Wahl einer Sprache (etwa einer physikal. Sprache) umzudeuten. In der zweiten Hälfte des 20. Jhd. hat sich aber wieder die Auffassung durchgesetzt, dass o. Theorien sinnvoll vertreten und mithilfe von Argumenten rational diskutiert und beurteilt werden können.

In der Informatik hat sich in jüngster Zeit eine eigene Verwendung des Begriffs O. herausgebildet. Eine O. meint dort ein System von Begriffen und Ableitungsregeln. Entsprechende Begriffssysteme, die vor allem zum Zweck der Wissensrepräsentation erstellt werden, können mehr oder weniger bereichsspezifisch sein und sich z. B. auf ein Anwendungsgebiet wie die Med. beziehen. Persönlichkeitstheorien, philosophisch orientierte, Psychologie, sozialwissenschaftliche.

Verwendete Literatur

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