operante Konditionierungsmethoden

 

(= o. K.) [engl. operant conditioning (behavioral) therapies; lat. operior erwarten, condicio Bedingung], [KLI, KOG], die Verfahren des operanten Konditionierens gehen auf die Lerntheorien von Thorndike (1898) und Skinner (1938) zurück. Grundannahme ist hier, dass die meisten Lernprozesse durch die Konsequenzen von Handlungen gesteuert werden (Lernen am Erfolg oder Misserfolg; bedingter Reflex): Die Verstärkung einer Reaktion führt zu einer Erhöhung ihrer Auftretenswahrscheinlichkeit oder Intensität. In der Verhaltensdiagnostik wird eine indiv. funktionale Analyse des Verhaltens vorgenommen, worauf versch. o. Techniken gestützt werden. Die Wahrscheinlichkeit erwünschten Verhaltens wird erhöht durch pos. Verstärkung (zu Beginn kontinuierlicher und später intermittierender Einsatz relevanter Verstärker wie Süßigkeiten, Privilegien, Zuwendung), neg. Verstärkung (Milderung oder Beendigung einer aversiven Bedingung/eines unangenehmen Zustandes) und Stimuluskontrolle (Einführung von diskriminativen Hinweisreizen, unter denen erwünschtes Verhalten hoch wahrscheinlich auftritt; und umgekehrt). Verhalten kann aufgebaut werden u. a. durch shaping (schrittweisen Aufbau von komplexen Verhaltensmustern durch differenzielle Verstärkung; s. a. fading, prompting). Der Aufrechterhaltung erwünschten Verhaltens dienen intermittierende Verstärkung, Umstrukturierung der Verstärkungsbedingungen in der sozialen Umgebung, Selbstkontrolle und Problemlösefähigkeiten. O. Methoden zum Abbau von Verhalten sind Bestrafung von Verhalten (Darbietung eines aversiven Reizes auf best. Verhalten), Löschung von Verhalten (Entzug von pos. Verstärkern), response cost (Entzug von generalisierten Verstärkern z. B. token-economy system = Münz-/Eintausch-Verstärkungssystem, Geld), time-out (zeitweises Entfernen aus der sozialen Situation). Unter Kontingenzmanagement wird das systematische Darbieten bzw. Entfernen pos. bzw. aversiver Stimuli verstanden (z. B. token-economy; Verhaltensverträge).

Die Wirksamkeit von o. K. ist belegt. Wichtig ist der Einbezug der Personen in der natürlichen Umgebung und der Aufbau von Verhaltensalternativen, damit Verhalten stabil erhalten bleibt. Mit dem Aufkommen kogn. Ansätze und der Handlungstheorien auch in der Psychoth., aber auch aufgrund von Bedenken gegenüber Bestrafungsprogrammen haben o. Techniken derzeit einen vergleichsweise weniger hohen Stellenwert. Es ist aber anzunehmen, dass Verstärkung in versch. Therapieformen hoch wirksam ist, auch wenn Pat. nicht als einfache Konditionierungsobj. betrachtet werden. Verhaltenstherapie.

Referenzen und vertiefende Literatur

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