Organisationspsychologie

 

(= O.) [engl. organizational psychology; gr. ὄργανον (organon) Werkzeug, Instrument], [AO], s. Gebietsüberblick «Arbeits- und Organisationspsychologie», die Anfänge der O. liegen in den 1960er Jahren, in denen Schüler von Kurt Lewin humanistisch orientierte Konzepte der Organisationsentwicklung und partizipativen Führung entwickelt und untersucht haben (Greif, 2007). Die heutige O. stützt sich auf eine richtungsmäßig nicht mehr eingrenzbare Vielfalt von Theorien, Untersuchungen und Methoden, die das gesamte psychol. Themenspektrum von der Ebene der Organisation mit ihren Wechselwirkungen zur Organisationsumwelt über die Gruppenebene bis zum Individuum am Arbeitsplatz umfasst (Schuler, 2007, Nerdinger et al., 2019). Nach einer engen Begriffsdef. (Greif, 2006) behandelt die O. den Teilbereich der Arbeits- und Organisationsps., der sich schwerpunktmäßig auf die Interaktionen zw. mehreren Individuen in Organisationen bezieht. Kernthemen sind Organisationstheorien einschließlich der Organisationsstrukturen und -prozesse, Organisationskulturen, Organisationsentwicklung, Veränderungsmanagement und lernende Organisationen, Führung und Arbeitsgruppe sowie Methoden der Organisationsanalyse, Analyse des Organisationsklimas oder Mitarbeiterbefragungen zur Arbeitszufriedenheit und ihre Ergebnisse. Nach weit gefasstem Verständnis umfasst die O. als Oberbegriff die psychol. Analyse von Arbeitstätigkeiten (Tätigkeitsanalyse) oder allg. des Erlebens und Verhaltens von Individuen und Gruppen in beliebigen Organisationen. In der weiten Def. überschneidet sich ihr Gebiet mit der Arbeitspsychologie (Rosenstiel, 2007, Schuler, 2019). Als gemeinsame Gebietsbezeichnung und Oberbegriff hat sich Arbeits- und Organisationsps. durchgesetzt. Methoden zur systemat. Untersuchung und Beschreibung der Merkmale, Strukturen, Bedingungen und Prozesse in einer Organisation werden als Organisationsanalyse bez. (psychol. Methoden als Verfahren zur Organisationsdiagnose). Wiss. fundierte Analyse- und Interventionsmethoden der O. werden in Greif & Hamborg (2018) beschrieben. 

Referenzen und vertiefende Literatur

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