Pädagogik

 

(= P.) [engl. pedagogy; gr. παῖς (pais) Kind, ἄγειν (agein) führen], [PÄD], im herkömmlichen Sprachgebrauch die auf erzieherisches Handeln bezogene systematisierte Erkenntnis wie auch, bes. im abgeleiteten Adjektiv päd., dieses Handeln und Beeinflussen selber. Entsprechend umfasst die Bez. Pädagoge den Erziehungstheoretiker (Erziehungswissenschaftler) wie den Erziehungspraktiker (Lehrer, Heimerzieher, Sozialpädagoge, Heilpädagoge, aber auch nicht hauptberuflich Erziehende). Dieser Unklarheit versucht man durch Abgrenzung der wiss. Disziplin, die allgemein gültige, deskriptive Sätze formuliert, als Erziehungswissenschaft von der auf präskriptiven Sätzen aufbauenden Erziehungslehre zu begegnen. In der Erläuterung der stufenweisen Theoretisierung des päd. Denkens ist man bestrebt, den unfruchtbaren Gegensatz von Theorie und Praxis zu überwinden, so z. B. Klafki durch die Staffelung vom (1) situationsgebundenen über das (2) meth.-ordnende päd. Denken zur (3) Didaktik als Erziehungs- und Bildungslehre und (4) philosophischen und metatheoretischen päd. Fragen, oder wie Bokelmann von der (1) Beschreibung der Erziehungswirklichkeit über die (2) päd. Theoriebildung i. e. S. zur (3) metatheoretischen Reflexionsebene. Mit einem der Wissenschaftslehre der Analytischen Philosophie verpflichteten Vorschlag stellt Brezinka strengere methodologische Anforderungen an die Pädagogik und scheidet sorgfältig Erziehungswissenschaft i. w. S. (als Realwissenschaft von der Erziehung, darin enthalten Theoretische Erziehungswissenschaft als Erziehungswissenschaft i. e. S. und Historiografie der Erziehung) von Philosophie der Erziehung einerseits und Praktischer Pädagogik andererseits als der am erzieherischen Handeln orientierten normativen Theorie der Erziehung. Schließlich erfährt auch das in der Phase neopositivistischer Orientierung nicht verloren gegangene Selbstverständnis der P. als einer an der erzieherischen Alltagswelt anknüpfenden Handlungswissenschaft (Klafki, 1976, Benner, 1977) in der Auseinandersetzung mit Kritischer Theorie, Verstehender Soziologie und Symbolischem Interaktionismus eine Neubelebung, durch die die Theorie-Praxis-Diskussion wieder ins Zentrum der P. gerückt wird. Erziehung, Erziehungswissenschaft, Handlung, Pädagogische Psychologie.

Verwendete Literatur

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