Parkinson’sche Erkrankung, Morbus Parkinson

 

(= MP) [engl. Parkinson’s disease; lat. morbus Krankheit], Parkinson-Krankheit, umgangssprachlich Schüttellähmung, [BIO, KLI], neurodegenerative Erkrankung, die primär zum Untergang der dopaminergen Neurone der Substantia nigra im Mittelhirn führt, die in die Basalganglien projizieren (nigrostriatales System). Zusätzl. sind jedoch auch andere Transmittersysteme betroffen (Serotonin, Noradrenalin, Acetylcholin). Da das nigrostriatale System die Extrapyramidalmotorik steuert, stellen Bewegungsstörungen die klin. Leitsymptome dar: Rigor (Erhöhung des Muskeltonus), Bradykinese (Verlangsamung der Bewegungen) bis zur Akinese (Bewegungslosigkeit), Tremor (Muskelzittern) und posturale Instabilität (Haltungsinstabilität). Hinzu treten eine Vielzahl anderer Symptome wie Schlafstörungen, vegetative Störungen, depressive und demenzielle Syndrome (Depression, Demenz). Der MP tritt meist als idiopathisches Parkinson-Syndrom sporadisch auf, selten sind familiäre Formen mit genetischer Ursache. Die Erkrankung kann auch als symptomatisches Parkinson-Syndrom als Folge anderer Ursachen auftreten, z. B. posttraumatisch (z. B. bei Boxern), metabolisch (bei M. Wilson), vaskulär (bei Mikroangiopathie), postentzündlich oder toxisch (z. B. nach Kohlenmonoxidvergiftung). Ein Parkinson-Syndrom wird auch als unerwünschte Wirkung einer Therapie mit Antipsychotika beobachtet (extrapyramidalmotorische Symptome; extrapyramidalmotorische Störungen (EPMS)). Bei einer Reihe von neurodegenerativen Erkrankungen (kortikobasale Degeneration, Multisystematrophie, Lewy-Dody-Erkrankung, progressive nukleäre Blickparese) gehört ein Parkinson-Syndrom zum klin. Erscheinungsbild. Die Therapie des M. erfolgt in erster Linie medikamentös mit L-Dopa und Dopaminagonisten.