performance-operating-characteristics (POC)

 

[engl. perfomance Leistung, Ausführung, operating im Betrieb befindlich, characteristic Eigenschaft, Merkmal], [KOG], POC beschreiben den graduellen Austausch von kogn. Kapazität (d. h. Ressourcen) i. R. von Kapazitätsmodellen bei multiplen Handlungen mit gradueller Kapazitätsbegrenzung (multiple Handlungen, Kapazitätsbegrenzungen, Navon & Gopher, 1979). Wenn z. B. Prozesse in Aufgabe A Kapazität verbrauchen, die gleichzeitig von B genutzt wird, dann führt eine stärkere Nutzung von Kapazität in Aufgabe A zu einer stärkeren Leistungseinbuße bei B und umgekehrt. Das Resultat dieses graduellen Austausches der Kapazität kann durch POC beschrieben werden. POC erlauben, das jew. Leistungsniveau einer Aufgabe A mit dem Leistungsniveau einer Aufgabe B in Verbindung zu bringen und beide durch ein einheitliches Maß zu charakterisieren. Für die Interpretation von POC gelten best. theoretische Grundannahmen: (1) Die Gesamtmenge an verfügbarer Kapazität ist fix, z. B. L. (2) Die Kapazitäten für zwei Handlungen sind komplementär und additiv, d. h. wenn Aufgabe A die Menge r an Kapazität nutzt, dann steht Aufgabe B nur noch L-r Kapazität zur Verfügung. r kann zw. 0 und L variieren. (3) Die Zuweisung von Kapazität steht unter Kontrolle des handelnden Subjektes. Eine Kritik an POC ist der empirische Aufwand ihrer Erstellung (z. B. muss ein best. Aufgabenpaar A und B unter versch. Bedingungen von Kapazitätszuweisung gemessen werden, um eine genaue Schätzung von POC zu ermöglichen). Ferner ist die Bestimmung von POC als empirisches Maß zu grob, um präzise Aussagen über die zeitliche Koordination von Prozessen bei multiplen Handlungen zu ermöglichen. Eine Tautologiegefahr bei der Interpretation von POC resultiert aus dem Fehlen einer von der Messung unabhängigen Def. des Kapazitätsbegriffes: Ein Prozess A ist kapazitätsbegrenzt, wenn er durch den Kapazitätsbedarf eines anderen Prozesses B in seiner Effizienz beeinflusst wird. Allerdings wird der Kapazitätsbedarf des anderen Prozesses B durch den Kapazitätsbedarf von A bestimmt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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