Persistenz

 

(= P.) [engl. persistence; lat. persistere stehen bleiben, verharren], [EM], mit P. wird die Ausdauer oder Beharrlichkeit von Verhalten bez. Nach der Wahl eines Handlungsziels (Handlungsplanung) und der Initiierung zielgerichteten Verhaltens kommt der P. für die erfolgreiche Zielrealisierung besondere Bedeutung zu. Die meisten Ziele lassen sich nicht in einem Handlungsschritt erreichen; vielmehr ist wiederholtes Handeln notwendig, wobei das Handeln immer wieder unterbrochen werden muss, um entspr. Handlungsgelegenheiten abzuwarten. Nach einer Unterbrechung die Handlung wieder aufzugreifen ist ebenso ein Aspekt von P. wie bei Misserfolgen oder Ablenkungen nicht einfach aufzugeben. P. beim Handeln zählt damit zu den zentralen Merkmalen zielgerichteten Verhaltens, dessen Bedingungen sowohl in der klass. Leistungsmotivationsforschung als auch in der neueren Volitionsps. untersucht wurden. Feathers klass. Arbeiten zu P. (Atkinson & Feather, 1966) basieren auf dem Risikowahl-Modell von Atkinson (1957), das Leistungsverhalten als Funktion der Motivausprägung einer Person (Erfolgsmotivierung (Hoffnung auf Erfolg) vs. Misserfolgsmotivierung (Furcht vor Misserfolg)), der subj. Aufgabenschwierigkeit und dem daraus resultierenden Leistungsanreiz betrachtet. Darüber hinaus wurden Selbstwirksamkeitserwartung, Zielorientierung (Lernziele (Lernzielorientierung) vs. Performanzziele (Leistungszielorientierung)), motivationale Orientierungen (Annäherungstendenz vs. Vermeidungstendenz), intrinsische Tätigkeitsanreize sowie der Attributionsstil (Attribuierung) als Determinanten von P. identifiziert (für einen Überblick: Heckhausen & Heckhausen, 2010). Insgesamt zeigt sich, dass hohe Selbstwirksamkeitserwartungen, das Verfolgen von Annäherungs- und Lernzielen, die Verfügbarkeit von pos. Tätigkeitsanreizen und ein motivational günstiger Attributionsstil zu hoher Ausdauer führen. Als volitionale Determinanten von Ausdauer werden die planende Bewusstseinslage (Gollwitzer, 2012) sowie der Einsatz von sog. Handlungskontrollstrategien (Handlungskontrollmechanismen, Kuhl, 2006) betrachtet. Die planende Bewusstseinslage, eine spezif. kogn. Orientierung, die mit der Entscheidung (Entscheiden) für ein Ziel einsetzt, kennzeichnet sich u. a. durch eine einseitige Fokussierung auf die pos. Anreize der Zielverfolgung sowie eine optimistische Einschätzung der Realisierbarkeit des Ziels, was insges. persistenzfördernd wirkt. Außerdem unterstützen sog. Handlungskontrollstrategien (z. B. selektive Aufmerksamkeit, Motivationskontrolle, Emotionskontrolle (Emotionsregulation)) die Ausdauer bei einem einmal gewählten Ziel. Sie sind v. a. dann hilfreich, wenn die Verfolgung eines best. Ziels durch konkurrierende Ziele oder Ablenkungen gefährdet ist. Aus dieser Perspektive sind es weniger die motivationalen Merkmale des in Frage stehenden Ziels (Anreiz und Erwartung) als vielmehr handlungsregulatorische (volitionale) Prozesse, die die Ausdauer steuern.

Verwendete Literatur

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