persistierende depressive Störung

 

(= p. depr. S.) [engl. persisting depressive disorder; lat. persistere veharren, bestehen bleiben], [KLI], bez. nach DSM-5 (Klassifikation psychischer Störungen) eine Diagnose, die die chronische Major Depression und die Dysthymie nach DSM-4 zus.fasst: über mind. 2 Jahre depr. Verstimmung an der Mehrzahl der Tage über die meiste Zeit des Tages, entweder von der Person selbst erlebt oder von anderen beobachtet (bei Kindern auch reizbare Stimmung über mind. ein Jahr); während der depr. Verstimmung mind. zwei der folg. Symptome: schlechter Appetit oder Überessen, Insomnie oder Hypersomnie, geringe Energie oder Erschöpfungsgefühle, geringes Selbstbewusstsein, Konzentrationsschwierigkeiten oder Schwierigkeiten beim Treffen von Entscheidungen, Gefühle der Hoffnungslosigkeit; kein symptomfreier Zeitraum von mehr als zwei Monaten; Kriterien der Major Depression (MD) können in dem mind. zweijährigen Zeitraum (bei Kindern ein Jahr) durchgängig erfüllt sein. Ausschluss: Manie, Hypomanie, zyklothyme Störung; Abgrenzung von psychotischer Störung (Psychotizismus) notwendig; Symptome sind nicht Folge eines Substanz- oder Medikamentenkonsums oder eines med. Krankheitsfaktors; sie verursachen in klin. bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in wichtigen Funktionsbereichen. Zusatzkodierungen sind möglich: Art der Symptome (melancholisch, atypisch, gemischt etc.), Beginn (früh vor Vollendung des 21. Lebensjahres, spät nach Vollendung des 21. Lebensjahres), Grad der Remission, Art der p. depr. S. (mit reinem dysthymem Syndrom, mit persistierender Episode einer MD, mit intermittierenden Episoden einer MD, mit aktueller bzw. ohne aktuelle Episode einer MD), Schweregrad (leicht, mittel, schwer). Die Ein-Jahres-Prävalenz beträgt in den USA 0,5% für die Dysthymie und 1,5% für die chronische MD. Die Verlaufsprognose ist für die p. depr. S. schlechter als für die MD. depressive Episode.