Persönlichkeitsstabilisierung, Mechanismen der

 

(= M.) [engl. mechanisms of personality stabilisation; lat. stabilis fest(-stehend)], [EW, PER], sind Thema der Persönlichkeitspsychologie und Entwicklungspsychologie. Unter M. wird meist verstanden, dass für eine best. Persönlichkeitseigenschaft (Persönlichkeit; = P.) und ein festes Retestintervall (Abstand zw. zwei Messzeitpunkten) mit wachsendem Alter beim ersten Messzeitpunkt die Rangordnungsstabilität wächst (Stabilität). Mit anderen Worten: Die interindividuellen Unterschiede in der Eigenschaft ändern sich zunehmend weniger. Dies ist für viele P.eigenschaften der Fall, wobei erst im hohen Alter die Stabilität der P.unterschiede wieder sinkt aufgrund biol. und Alterungsprozesse, die bei versch. Personen unterschiedlich verlaufen. Neben diesem variablenzentrierten Ansatz, die Stabilisierung für eine einzelne Eigenschaft zu untersuchen, wird manchmal auch der personzentrierte Ansatz gewählt, die M. von P.profilen (Persönlichkeit) zu betrachten. Eine zunehmende Profilstabilisierung kann an einer zunehmenden Stabilität des Profils der Mittelwerte beruhen oder auf einer zunehmenden distinktiven Profilstabilität. Zur Erklärung der zunehmenden Stabilisierung der P. werden im Wesentlichen drei M. herangezogen. (1) V. a. im frühen Kindesalter ist die Reliabilität von Eigenschaftsmessungen (Eigenschaftsdiagnostik) nicht ausreichend hoch, weil Kleinkinder in Beobachtungs- oder Testsituationen leicht ablenkbar sind und Säuglinge starke Aufmerksamkeitsschwankungen abhängig von ihrem Schlaf-Wach-Rhythmus (Schlaf) zeigen. (2) Die Stabilität des Selbstkonzepts nimmt zu (Selbstkonzept), was die Stabilität der gesamten P. fördert. (3) Mit wachsendem Alter können Menschen sich zunehmend Umwelten aussuchen oder herstellen, die zu ihrer P. passen, und durch diese Person-Umwelt-Passung [engl. person-environment fit] ihre P. stabilisieren (kumulative Stabilität). Z. B. wählen Menschen Partner oder Arbeitsplätze so aus, dass sie zu ihrer P. passen. Kumulative Stabilität findet sich deshalb vor allem in Transitionsphasen der Entwicklung [engl. developmental transitions], wie beim Übergang zur ersten Partnerschaft, zum ersten Job oder zur Pensionierung.

Verwendete Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.