Personalmanagement, evidenzbasiertes

 

(= e. P.) [engl. evidence basedhuman resource management], [AO] bedeutet, dass sich professionelle Personalarbeit auf aktuelle, belastbare Forschungsbefunde stützt (Evidenzbasierung). Diese Befunde können aus fachwiss. Publikationen oder von selbst erhobenen betrieblichen Daten stammen. Dadurch werden betriebliche Maßnahmen entspr. dem neuesten Forschungsstand gestaltet und auf ihren Effekt (efficacy, Effektivität) hin bewertet. Dies führt zu einem idealen Forschungs-Praxis-Transfer und dazu, dass personalpsychol. Maßnahmen max. persönlichen und organisatorischen Nutzen erzielen. Um die dafür benötigten Informationen zu erhalten, sind grundsätzlich zwei Wege möglich:

 1. Nutzung wiss. Studien: Die – überwiegend arbeits- und organisationspsychol. orientierte – Anwendungsforschung im HRM-Bereich hat zahlreiche relevante Studien zu fast allen HRM-Themen und Maßnahmen publiziert. Sie liegen häufig bereits in Form von Metaanalysen vor sowie als (quasi-)exp. und querschnittliche Erhebungen. Nur bsp.haft seien als breit erforschte Bereiche aufgezählt: Personalauswahl und Personalbeurteilung; FührungFührungsstile und deren Effekte; TrainingTraining, Weiterbildung, Personalentwicklung, Evaluationsmethoden; Diversity; Effekte von Alter, Geschlecht, kult. Hintergrund; Commitment, Engagement, Arbeitsmotivation, Arbeitszufriedenheit; Betriebliche Gesundheit (Betriebliches Gesundheitsmanagement), Einflussfaktoren und Maßnahmen.

 2. Analyse betrieblicher Daten: Ergänzend oder falls keine einschlägigen Studien vorliegen, können Organisationen zu personalbezogenen Maßnahmen eigene Daten erheben. Im Zuge der Digitalisierung sind diese zunehmend einfacher zu erheben oder liegen bereits vor. Damit sie aussagekräftige Informationen liefern, müssen sie mit adäquaten Erhebungsdesigns (Erhebung, Erhebungsmethoden) erfasst und mit geeigneten stat. Verfahren ausgewertet werden. Datenquellen sind z. B. Mitarbeiterbefragungen, Personalbeurteilungen, Leistungsdaten, Kennzahlen z. B. aus Datenbanken, (Quasi-)Experimente.

 Die Forschung zu e. P. befasst sich auch damit, Forschungsstand und Personalpraxis gegenüberzustellen. Dabei zeigen sich die größten Diskrepanzen bei der Personalauswahl und bei Methoden zur Evaluation betrieblicher Maßnahmen. Überlegungen, diese Lücke zu verringern, adressieren die wiss. Aus- und Weiterbildung, praxisbezogene Kommunikation von Forschungsbefunden, intensivere Kooperationen zw. Forschungseinrichtungen und Unternehmen sowie Zugänge und eine größere Bereitschaft auf betrieblicher Seite, sich mit wiss. Studien auseinanderzusetzen.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.