Pheromone

 

(= P.) [engl. pheromones; gr. φέρειν (pherein) tragen, ὁρμᾶν (horman) antreiben, erregen], [BIO], Ektohormone (Hormone). Wirkstoffe, die gerochen oder geschmeckt werden. Sie dienen der biochem. innerartlichen Kommunikation: als Duftmarkierungen bei staatenbildenden Insekten (Bienen, Ameisen u. a.), als Alarmsubstanzen (z. B. bei Blattschneiderameisen) und als Sexuallockstoffe bei Insekten. Zuweilen dienen sie auch zur Reviermarkierung bei höheren Tieren. Andere Arten bleiben von dieser innerartlichen Kommunikation ausgeschlossen. Es handelt sich um Substanzen, die von einem Individuum nach außen abgegeben werden und bei einem anderen Individuum der gleichen Art spezif. Reaktionen auslösen. So bildet z. B. das Weibchen des Seidenspinners in bes. Drüsen einen Sexuallockstoff, das Pheromon, der von dem Männchen über seine Pheromonrezeptoren in den Antennen als Signal aufgenommen wird und hier eine best. Verhaltensreaktion auslöst. Den Exaltoliden (moschusähnliche Substanzen) wird eine entspr. geschlechtsspezif. Wirkung beim Menschen zugeschrieben. Neben den bekannten Sexuallockstoffen gibt es z. B. auch Pheromone zur Wegmarkierung oder als Alarmbotenstoffe. Anwendung finden Pheromone z. B. zur Bekämpfung von Borkenkäfern mithilfe von Pheromonfallen, in die die Käfer selektiv durch ein Aggregationspheromon angelockt werden.

Auch bei Menschen spielt der Geruchssinn in vielen Bereichen des indiv. und sozialen Lebens eine wichtige Rolle, wenn auch meist unbewusst. So können Pheromone auch hier auf den Hormonhaushalt einwirken. Z. B kann Androsteron, ein Duft aus dem Achselschweiß des Mannes, den Zyklus der Frau zeitlich synchronisieren. Dies wird bereits in der Med. als Therapie verwendet, wobei dieser Duft im Übrigen von Frauen nur während der Zeit des Eisprunges als angenehm beurteilt wird. Vom Duft weiblichen Achselschweißes und Vaginalsekrets weiß man, dass er bei Männern im Schlaf die Herz- und Atemfrequenz verändert und sogar die Trauminhalte beeinflusst (sie werden inhaltlich positiver). Nach neueren Befunden scheint für die chemische Kommunikation zw. Menschen durch P. das sog. Vomeronasal-Organ, das sich beim Menschen am Nasenboden jederseits neben dem Septum befindet, eine wichtige Rolle zu spielen. Bei Tieren steht diese auch als Jakobson’sches Organ bez. Struktur mit dem Canalis incisivus sowie mit den Riechnerven in Verbindung.

Verwendete Literatur

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