Phobische Störungen, Psychotherapie

 

[engl. phobic disorders, psychotherapy], [KLI], bei Phobischen Störungen werden drei evidenzbasierte psychol. Behandlungsmethoden eingesetzt: (1) Expositionstherapie (auch Konfrontationsbehandlung; Konfrontation), bei der die Phobiker schrittweise an die gefürchtete Situation herangeführt werden, (2) Angstbewältigungstrainings, bei denen Methoden zur Kontrolle der Angstsymptome vermittelt werden, und (3) kognitive Um-/Restrukturierung, bei der die dysfunktionalen, etwa die Angst verstärkenden, Gedanken und Überzeugungen unter Kontrolle gebracht werden. Bei der Expositionstherapie wird eine Angsthierarchie von der am wenigsten zu der am stärksten angsterregenden Situation erstellt, die sodann im Beisein des Therapeuten aufgesucht werden. Nach Rückgang der Angst vor der am wenigsten angsterregenden Situation wird schrittweise zu den nächsten vorgegangen. Diese Übungen haben sich sowohl bei gedanklicher (in sensu) wie auch realer (in vivo) Gegenüberstellung als erfolgreich erwiesen (Systematische Desensibilisierung). Die Geschwindigkeit, mit der vorgegangen wird, hängt größtenteils von der indiv. Geschwindigkeit des Angstrückgangs ab. Um die im Beisein der Therapeuten erfahrene Angstreduktion auch auf den Alltag der Pat. generalisieren zu lassen, sollen die Erfahrungen mittels best. Aufgaben auf Situationen außerhalb der Sitzungen übertragen werden. Auch sonst ziehen die Therapeuten ihre Beteiligung schrittweise aus den Expositionsübungen zurück. Phobien, die keine wiederholte Exposition ermöglichen (z. B. Flugangst, Gewitter-Phobie) können erfolgreich mit Angstbewältigungstrainings behandelt werden. Dabei lernen die Pat. Entspannungsübungen wie langsame Bauchatmung und Entspannung der Extremitäten. Danach lernen sie beginnende Anzeichen von Angstzuständen zu identifizieren, u. a., indem sie sich die phobische Situation vorstellen. Danach lernen sie, sich während der Vorstellung beginnender Angstreaktionen zu entspannen. Diese in den Sitzungen erworbene Fertigkeit soll danach auf den Alltag und die phobische Situation übertragen werden. Bei Sozialphobie hat sich zusätzlich das Training sozialer Kompetenz als erfolgreich erwiesen. Dabei erlernen Pat. soziale Fertigkeiten, die es ihnen ermöglichen, selbstsicherer aufzutreten.