Physostigmin

 

(= P.) [engl. physostigmine], [PHA], aus der Kalarbohne gewonnenes Alkaloid aus der Gruppe der indirekten, reversiblen Parasympathikomimetika, Cholinesterase. Physiol. Wirkungen: Miosis, Peristaltikerhöhung, Bradykardie, Blutdrucksteigerung, Schweißvermehrung. Wirkungsdauer: mehrere Std. Wegen unerwünschter Wirkungen therap. nur noch als Antidot bei Vergiftungen mit parasympathikolytisch (Parasympathikus) wirkenden Verbindungen eingesetzt. P. wurde vielfach als exp. Substanz in Untersuchungen zur Rolle des cholinergen Systems für die Depression verwendet (adrenerg-cholinerg Imbalance-Hypothese). In Tieruntersuchungen induziert P. Verhaltensdefizite, dabei wird niedrigen Dosen eine Verbesserung der Lernleistung zugeschrieben. In Einzelfällen wurde berichtet, dass P. Gedächtnisleistungen bei Pat. mit Alzheimer-Demenz verbesserte.