PISA-Studien

 

[engl. PISA studies], Abk. für Programme for International Student Assessment, [DIA, PÄD], PISA ist eine von der Organisation für wirtschaftliche Zus.arbeit und Entwicklung (engl. Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) initiierte internat. vergleichende Schulleistungsstudie [engl. Large-Scale Assessment]. PISA erfasst in den teilnehmenden Staaten bzw. Bildungssystemen, inwieweit fünfzehnjährige Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit grundlegende Kompetenzen erworben haben, die sie zur aktiven gesellschaftlichen Partizipation befähigen. PISA konzentriert die Erhebungen damit auf Kompetenzen, die für die indiv. Lern- und Lebenschancen ebenso bedeutsam sind wie für die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Weiterentwicklung. Als grundlegende Kompetenzbereiche betrachtet PISA die Lesekompetenz, die math. Kompetenz und die naturwiss. Kompetenz (s. auch TIMSS).

Seit der ersten Erhebung im Jahr 2000 wird PISA alle drei Jahre internat. mit dt. Beteiligung durchgeführt. In Dt. wird PISA von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Dt. (Abk. KMK) in Auftrag gegeben. Getestet werden jew. alle drei Kompetenzbereiche, die Schwerpunktsetzung der Testung wechselt jedoch in regelmäßiger Folge mit dem Erhebungszeitpunkt. Im Jahr 2000 war die Lesekompetenz der Schwerpunktbereich, gefolgt von der math. Kompetenz im Jahr 2003 und der naturwiss. Kompetenz im Jahr 2006 usf. Bei PISA 2018 bildete die Lesekompetenz erneut den Schwerpunkt. Der Schwerpunktbereich wird mit einer größeren Anzahl Testaufgaben untersucht, wodurch eine detailliertere Betrachtung möglich ist. Die Testaufgaben für die drei Kompetenzbereiche beruhen auf dem theoret. Rahmenkonzept für PISA und orientieren sich nicht an Lehrplänen, sondern an Wissen und Fähigkeiten, die im privaten und beruflichen Alltag benötigt werden (Literacy). Das Rahmenkonzept der Lesekompetenz bei PISA 2018 trägt insbes. der veränderten Lesepraxis (z. B. Nutzung digitaler Medien) Rechnung. Die Testaufgaben weisen unterschiedliche Testformate auf. Neben den Kompetenztests kommen bei PISA Fragebögen zur Erfassung von Kontextmerkmalen zum Einsatz. Diese Fragebögen für Schüler, Eltern und Schulen erfassen die Bedingungen, unter denen Schüler Kompetenzen entwickeln können. Ein bes. Augenmerk liegt dabei auf Merkmalen der sozialen und kult. Herkunft sowie der schulischen und außerschulischen Lehr-Lern-Umgebungen. Bei PISA 2015 fand die Erhebung erstmals vollst. am Computer statt und nicht mehr als Papier-Bleistift-Test. Das Design von PISA bietet den teilnehmenden Staaten Möglichkeiten, das internat. Programm durch nationale Ergänzungen zu erweitern. In Dt. werden z. B. regelmäßig Erweiterungen der Stichprobe um vollst. neunte Klassen sowie der Fragebögen vorgenommen. PISA untersucht Bildungserträge, die in den teilnehmenden Staaten erreicht werden. Zu den Ergebnissen von PISA zählen auch Befunde hinsichtlich der Zus.hänge zw. den Kompetenzen und Kontextmerkmalen sowie Analysen von Veränderungen über die Zeit. Die Ergebnisse von PISA werden internat. in Berichten der OECD veröffentlicht (z. B. OECD 2016). Zusätzlich werden in einigen teilnehmenden Staaten ausführlichere nationale Berichte publiziert, so auch in Dt. (z. B. Baumert et al., 2001, Klieme et al., 2010, Reiss et al., 2016).

Referenzen und vertiefende Literatur

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