Ploog, Detlev

 

(1920–2005), [BIO, EM, HIS, SOZ], wurde in Hamburg als Sohn eines Arztes geb. Als Schüler eines humanistischen Gymnasiums gehörte er einige Jahre der Jugendbewegung an. Nach dem Arbeitsdienst (1939) konnte Ploog sein Med.studium in Halle beginnen und in Hamburg fortsetzen, doch wurde er bereits 1940 zum Kriegsdienst eingezogen. Lazarettdienst und Med.studium in Marburg führten ihn zur Neurologie. Ploog promovierte 1945 mit einer Arbeit zu Ps. des Einfalls, 1955 habilitierte er sich für Psychiatrie und Neurologie, 1957 wechselte er von Marburg an die Abteilung für Klin. Neurophysiologie in Freiburg. Nach einem zweijährigen USA-Aufenthalt und der Rückkehr 1961 nach Marburg nahm Ploog 1962 das Angebot der Max-Planck-Gesellschaft an, an der Dt. Forschungsanstalt für Psychiatrie in München sowohl eine Abteilung für exp. Verhaltensforschung zu etablieren als auch eine psychiatrische Klinik einzurichten. Mit der Einweihung der Klinik 1966 wurde das Institut in Max-Planck-Institut für Psychiatrie umbenannt. Ploog war 1971 bis zu seiner Emeritierung 1988 geschäftsführender Direktor dieses Instituts. Mehrfach forschte Ploog in den USA, u. a. zum Sozialverhalten von Totenkopfäffchen. Ploogs Ziel war eine enge Verbindung von ärztlicher Tätigkeit und klin.-psychiatr. Forschung, verbunden mit neurophysiol. und neurobiol. Grundlagenforschung. Viele seiner Untersuchungen und Schriften stehen in unmittelbarer Nähe zur Ps., so u. a. zur Verhaltensforschung von Instinkt und Lernen, zur Sprache von Primaten und zum menschlichen Gehirn. Ploog erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen, u. a. das Bundesverdienstkreuz. Er war Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs).

Referenzen und vertiefende Literatur

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