politische Partizipation

 

(= P.) [engl. political participation; lat. participare an etwas teilhaben], [EM, SOZ], ist ein freiwilliges politisches Handeln von Bürgern, mit dem Ziel, Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse (Entscheiden) zu nehmen. Politisches Handeln kann dabei alleine oder in Gruppen ausgeführt werden (indiv. bzw. kollektive P.). Es ist das Ergebnis situationsspezif. Kognitionen und Emotionen (z. B. politische Einstellung, Ärger) sowie überdauernder Persönlichkeitsmerkmale (z. B. Selbstkonzept eigener politischer Kompetenzen, Werte, politische Ideologie). In klass. Theorien wird politisches Handeln als Folge erlebter Ungerechtigkeit und relativer Deprivation betrachtet. Aus der Perspektive der Ressource-Mobilization-Theorien ist die Entscheidung, sich politisch zu beteiligen, von zweckrationalen Kosten-Nutzen-Überlegungen abhängig. In sozial-konstruktivistischen Ansätzen (Sozialkonstruktivismus) wird die Entwicklung einer politisierten kollektiven Identität als entscheidende Voraussetzung für (kollektive) P. angesehen. Empirische Studien zeigen, dass Ungerechtigkeitserleben, soziale Identität und kollektive Selbstwirksamkeit (Selbstwirksamkeitserwartung) eigenständige Beiträge zur Erklärung (kollektiver) politischer Teilhabe leisten.

Es werden versch. Partizipationsformen unterschieden: (1) konventionelle P. (z. B. Wählen, Mitarbeit in Parteien), die in einen institutionellen Kontext eingebettet und rechtlich geregelt sind; (2) unkonventionelle P. (wie Demonstrationen, Streik, Beteiligung an Bürgerinitiativen), die häufig i. R. kollektiver Mobilisierung auftreten und darauf abzielen können, Veränderungen der sozialen oder politischen Strukturen zu bewirken; (3) illegale P., bei denen zw. gewaltfreien Akten zivilen Ungehorsams (z. B. Hausbesetzungen, Steuerboykott) und gewaltsamen Handlungen unterschieden wird (z. B. Zerstörung von Gegenständen, Verletzung von Personen). Politische Psychologie.

Referenzen und vertiefende Literatur

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