Posner-Paradigma

 

(= P.) [engl. Posner paradigm/task; gr. παϱάδειγμα (paradeigma) Beispiel, Muster], [KOG], mit P. bezeichnet man unterschiedliche exp. Versuchsanordnungen, die von Michael I. Posner entwickelt wurden. Mit der Buchstabenvergleichsaufgabe (engl. letter-matching task) kann man das Codierungsformat von Buchstaben (visuell oder phonetisch) untersuchen. Dabei verlangt man von der Vp Gleichheitsurteile über zwei physikal. identische, zwei namensgleiche oder zwei versch. Buchstaben und misst die Reaktionszeiten. – Mit dem Hinweisreizparadigma/Cueing-Paradigma kann man die Eigenschaften der visuell-räumlichen Aufmerksamkeit untersuchen. Dazu präsentiert man vor dem räumlich variablen Zielreiz einen Hinweisreiz (cue), der die Position des Zielreizes mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit korrekt vorhersagt. Zu den wichtigsten unabhängigen Variablen in derartigen Untersuchungen gehören die Art des Hinweisreizes (symbolisch oder physikal.-räumlich), die stimulus-onset asynchrony (SOA) zw. Hinweisreiz und Zielreiz sowie die Korrektheit (sog. Validität) des Hinweisreizes. Leistungsunterschiede bei der Zielreizverarbeitung nach korrekten (validen) und inkorrekten (invaliden) Hinweisreizen bezeichnet man als Hinweisreizeffekt [engl. cueing effect] , der als Beleg für eine aufmerksamkeitslenkende Wirkung der Hinweisreize interpretiert wird.