Prägung

 

(= P.) [engl. imprinting], [EW], Begriff dafür, dass die auf den Menschen (wie allg. auf Organismen) einwirkenden Einflüsse nicht bloß als vorübergehende (befristete) Reize, sondern auch auf Dauer nachhaltig gestaltend und umgestaltend wirken. Die von Spitz (1967) und in dessen Nachfolge angenommene kurze frühkindliche Prägungsphase erwies sich nach weiteren Forschungen als plastischer: die ersten drei Jahre sind wichtig für die Entwicklung von Zutrauen, Zuneigung, Mitleid, Selbstvertrauen im Ggs. zur gelernten Hilflosigkeit (Hunt, 1979). Hospitalismus, Urvertrauen. Außerdem Begriff in der Ethologie für einen Lernvorgang innerhalb best. lernsensibler Phasen oder Lebensabschnitte (Lorenz & Leyhausen, 1968). Das durch P. erworbene Verhalten kann später schwerlich verändert werden. Geprägt wird v. a. der Auslöser; die P. ist weitgehend irreversibel; erlernt werden Artmerkmale; die P. ist schon möglich, bevor die entspr. Reaktionsbereitschaft vorhanden ist; die Lernbereitschaft erlischt auch dann (nach Abschluss der P.phase), wenn kein Lernen stattfand. Sozialisierungsphase.

Referenzen und vertiefende Literatur

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