Problemlösen

 

(= P.) [engl. problem solving], [KOG], bez. den Übergang von einem Ausgangszustand zu einem gewünschten Zielzustand (Ziele), wobei zw. beiden eine Barriere liegt, die verhindert, dass das Ziel direkt erreichbar ist. P. ist erforderlich, um Denksportaufgaben (Denken) zu bearbeiten, Schach zu spielen, Physikaufgaben zu lösen, aber auch bei der Erstellung einer neuen Software oder dem architektonischen Entwurf eines Gebäudes. Ziel ist stets, einen Übergang vom Ausgangszustand zum Ziel zu finden – die Lösung. Allerdings können sowohl Ausgangs- und Zielzustand sowie die Barriere als auch die möglichen Operatoren unklar, unbekannt oder unterspezifiziert sein. P. wird an einfachen Problemen und an komplexen Problemen mit unterschiedlichen Forschungsansätzen und Methoden untersucht. Bei einfachen, gut def. Problemen (Denksportaufgaben) sind Ausgangs- und Zielzustand von Anfang an bekannt, nicht aber die erforderliche Abfolge der Lösungsschritte. Bei nicht gut def. Problemen, etwa im Architekturbereich, ist bspw. auch die Entwicklung des Ziels Teil des P. Klassischerweise hat die Problemlöseforschung mit einfachen Problemen begonnen, da diese über klare Ausgangs- und Zielzustände verfügen, zw. denen mithilfe von Operatoren navigiert wird. Heuristiken spielen bei der Navigation eine herausragende Rolle. Generell ist man daran interessiert, ob sich best. Muster, Lösungsraten und -zeiten bei den Vpn zeigen. P. wird sowohl am Menschen als auch bei Tieren untersucht. Oftmals besteht das Ziel darin, Unterschiede, aber auch Ähnlichkeiten zw. den Arten aufzufinden und so die Ursprünge des menschlichen Problemlöseverhaltens zu ergründen.

Die Gestaltpsychologie verstand P. als die Umstrukturierung einer gegebenen schlechten in eine gute GestaltNewell und Simon (1972) waren entscheidend am Verständnis von P. als Informationsverarbeitung beteiligt. Zentrale theoret. Konzepte sind hier der Problemraum und die Suche in diesem Raum. Illustrieren lässt sich dieser Ansatz am Bsp. von Streichholzaufgaben, bei denen eine Ausgangsform durch Umlegen von einzelnen Hölzern in eine Zielform überführt werden soll. Jede Bewegung eines Streichholzes lässt sich als Zug in einem Graphen darstellen. Alle möglichen Züge bilden den Problemraum; die Bewegung in ihm ist die Suche nach der Lösung. Mit diesem informationstheoret. Ansatz (Informationstheorie) wurde es auch möglich P. auf Rechnern zu simulieren. Dies eröffnete eine Verbindung der Ps. des P. mit der Künstlichen Intelligenz. Allerdings hat sich auch gezeigt, dass sich Probleme, die Umstrukturierung erfordern (Einsicht), nicht ohne Weiteres formalisieren lassen. Eine Reihe von neurophysiol. Studien zeigen, dass die am P. beteiligten Hirnregionen (Gehirn) stark von der verwendeten Aufgabe abhängig sind, wobei dem präfrontalen Kortex eine zentrale Rolle zukommt. Einen wichtigen Beitrag zum P. liefern exekutive Funktionen und Arbeitsgedächtnis, die die Manipulation und Aufrechterhaltung von Information ermöglichen. Neun-Punkte-Problem.

[KLI], in der Klin. Ps. spielt die Vermittlung von Problemlösekompetenzen bei psych. Störungen eine wichtige Rolle. Pat. sollen i. R. eines Problemlösetrainings lernen, Ist- und Sollzustand zu def. und folglich ableiten, welche Fertigkeiten (Fertigkeit) und Ressourcen (Ressource) schon vorhanden oder noch notwendig sind, um den Übergang vom Problem zur Lösung zu erreichen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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