Programmtheorie

 

(= P.) [engl. program theory; gr. πρό (pro) vor, γραμμα (gramma) Schrift, θεωρία (theoria) Betrachtung], [FSE], um die Wirkung einer Intervention zu überprüfen, ist die Kenntnis der P. bzw. die Formulierung eines Wirkmodells (Wirkmodell; auch: logisches Modell) notwendig. Abhängig von theoretischen Annahmen und Vorüberlegungen der Stakeholder werden ein Veränderungs- und ein Aktionsmodell entwickelt, auf denen die Intervention explizit oder implizit beruht. Das Veränderungsmodell beschreibt die kausalen Prozesse des Wirkens der Maßnahme. Im Aktionsmodell werden Bedingungen und Aktivitäten benannt, die zum Wirken der Maßnahme beitragen. Im daraus abgeleiteten Wirkmodell werden die intendierten maßnahmenspezifischen als auch die vorhersehbaren Neben- und Folgewirkungen hinsichtlich Ausmaß und Wirkbereich/-ebene erfasst. Darüber hinaus sind Spezifikationen der Erklärung und der Prozesse, die der Wirksamkeit der Maßnahme zugrunde liegen, enthalten. Ferner können moderierende oder mediierende Bedingungen der Wirksamkeit eingefügt werden (Moderatorvariable, Mediatorvariable). Der Zeitpunkt, zu bzw. ab dem das Programm wirkt, und die Dauer (Persistenz) der Wirksamkeit sind ebenfalls im Modell bestimmt. Außerdem kann modelliert werden, ob, wodurch und in welchem Umfang ein Anforderungs- oder Situationstransfer der erworbenen Fähigkeiten bzw. Fertigkeiten zu erwarten ist. Eine umfassende P. ermöglicht die Identifikation und Operationalisierung aller relevanten Variablen und die Formulierung konkreter Hypothesen für die empirische Überprüfung der Intervention und ihrer Wirkung i. R. einer Evaluationsstudie. Evaluation komplexer Interventionen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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