Proxemik

 

(= P.) [engl. proxemics; lat. proximare sich nähern], [KOG, SOZ], als Begriff in Anlehnung an phonemics (Phonemik) durch den Anthropologen E. T. Hall eingeführt. Unter P. versteht Hall die Untersuchung der Ausnutzung des Raumes durch Interaktionspartner (soziale Interaktion) und der damit zus.hängenden wahrnehmungshaften Orientierung im Raum (Raumorientierung). Gegenüber einem allg. ökologisch-psychol. Ansatz (ökologische Psychologie) ist die Forschungsrichtung der P. eingegrenzter. Sie versteht das Raumverhalten als ein eigenes menschliches Kommunikationssystem (Nichtverbale Kommunikation), dessen Basiseinheiten (Körperhaltung: stehen, sitzen usw.; Körperberührung: festhalten, streicheln usw.; Orientierungswinkel der Interaktionspartner: gegenüber, Seite an Seite usw.; Geruchsempfindungen u. a.) über die versch. Kommunikationskanäle übermittelt werden und gemeinsam jew. ein komplexes Pattern des Raumverhaltens bilden. Das Raumverhalten ist kulturspezifisch geformt, gleiches Verhalten kann in versch. Kulturen eine unterschiedliche Bedeutung haben (kulturvergleichende Psychologie); einmal gelernt, wird es weithin außerhalb der bewussten Aufmerksamkeit wahrgenommen und ausgeführt. V. a. wurden seither interpersonale Distanzen (Distanz, soziale) in Interaktionen untersucht. Hall unterscheidet für die amerik. Gesellschaft 4 Distanzzonen: intime (bis 0,5 m), persönliche (0,5–1,5 m), sozial-konsultative (1,5–4 m), öffentliche (ab 4 m) Distanz. Territorialverhalten, Individualdistanz.

Verwendete Literatur

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