Prozessforschung

 

(= P.) [engl. process research, time series research, lat. processus Fortgang], [FSE], die Untersuchung von systematischen Veränderungen psych. und körperlicher Merkmale. Von den gerichteten Prozessen wie kindlicher Entwicklung, Pubertät, Altern (Psychologie des Alterns), Krankheit, Therapieverläufen sind Veränderungen zu unterscheiden, die gleichartig oder in sehr ähnlichen Abläufen regelmäßig wiederkehren, z. B. kurzfristige Schwankungen der Aufmerksamkeit, best. Reaktionsverläufe, REM-Phasen, 24-Stunden-Verlauf, Biorhythmus, psychophysiol. Zustandsänderungen in den Stimmungen, Bedürfnissen und Handlungen. Wenn diese Veränderungen in einem einheitlichen zeitlichen Raster und möglichst auf Intervallskalennivau (Skalenniveau) gemessen werden können, sind spez. stat. Verfahren der Zeitreihenanalyse anwendbar, bspw. ARIMA-Modellierungen, außerdem verteilungsfreie Verfahren. Da psych. Zustandsänderungen oder Handlungssequenzen meist nicht periodischer Art sind oder praktisch nicht gleichabständig erfasst werden können, sind auch Verfahren der Mustererkennung und der Typisierung der Verläufe erforderlich.

[KLI], P. ist eine grundsätzlich wichtige Aufgabe der Psychotherapieforschung; sie stellt jedoch meth. höhere Anforderungen als die einfache Ergebnisforschung, u. a. wegen der wiederholten Erhebungen, einer methodenbedingten Reaktivität der Beteiligten und wegen biometrischer Probleme aufgrund unterschiedlicher Ausgangswerte und Reliabilität der Kennwerte. Typ.weise werden versch. Perspektiven (Pat./Therapeut/unabhängiger Beobachter) und versch. Arten von Daten (Fragebogen, Videobänder usw.) berücksichtigt. Oft wird Prozess- mit Ergebnisforschung kombiniert. Inzwischen liegen viele gesicherte Ergebnisse zu diversen Prozessvariablen in der Psychotherapie vor.

Referenzen und vertiefende Literatur

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