Prozesssicherheit

 

(= P.) [engl. process safety/security/reliability], [AO], bezieht sich auf die Sicherheit von Arbeitsprozessen und deren unmittelbare Ergebnisse. Die P. betrifft somit die primäre Arbeitsaufgabe der im jew. Arbeitssystem beschäftigten Menschen (Grote, 2007). Die P. muss nicht notwendigerweise auch die Arbeitssicherheit einbeziehen, wie im Fall eines chirurgischen Eingriffs, der maßgeblich die Gesundheit und Sicherheit des Pat., nicht aber die des Chirurgen beeinflusst. Anforderungen, die aus der Arbeitssicherheit erwachsen, können sogar der P. zuwiderlaufen. Das Anlegen von Schutzkleidern oder Abschirmen von Bearbeitungsprozessen, das aus Sicht der Arbeitssicherheit notwendig ist, kann eine Reduktion der P. bewirken, wenn bspw. relevante visuelle, akustische oder taktile Reize nicht mehr verfügbar sind. Maßnahmen, die die P. fördern, können teilweise dem Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zugeordnet werden. Gesamthaft werden sie unter dem Begriff Sicherheitsmanagement oder auch Risikomanagement vereint. Dazu gehören insbes. Risikoanalysen, Ereignis- und Unfallanalysen, Sicherheitsvorschriften, ergonomische Systemgestaltung, sicherheitsbezogene Ausbildung und Überwachung sicherheitsbezogener Leistungsparameter. Hinsichtlich der Leistungsparameter ist zu berücksichtigen, dass sich Indikatoren für P. von solchen für Arbeitssicherheit unterscheiden. Im letzteren Fall geht es vielfach um Arbeitsunfälle, die den arbeitenden Menschen, nicht aber notwendigerweise die Arbeitsprozesse betreffen (z. B. Wegeunfälle durch Stolpern und Ausrutschen). In Bezug auf die P. werden betriebliche Störfälle betrachtet, die den Arbeitsprozess, nicht unbedingt aber den arbeitenden Menschen tangieren (z.B . falsche Medikamentierung eines Pat.). Nicht selten wird aber als Beleg für die (Nicht-)Wirksamkeit einer Maßnahme, die die P. betrifft, die Zahl der Arbeitsunfälle herangezogen, da die größere Häufigkeit von Arbeitsunfällen im Vergleich zu betrieblichen Störfällen eher stat Auswertungen zulässt. Konzpetionell ist das fragwürdig, wenn nicht belegt werden kann, dass P. und Arbeitssicherheit denselben Wirkzusammenhängen unterliegen. Entsprechende Untersuchungen stehen noch aus, die Analyse grosser Unfälle lässt aber vermuten, dass sich die Wirkzusammenhänge unterscheiden (Hopkins, 2009, Hoyos, 1987). Sicheres Handeln am Arbeitsplatz.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.