Prozesssimulation

 

(= P.) [engl. process simulation; lat. processus Fortgang, simulare nachbilden], [KOG], ist eine mentale Simulation, bei der Personen einzelne Schritte einer zielgerichteten Handlung im Geist durchspielen (z. B. eine Schülerin, die sich auf eine Klausur vorbereitet, stellt sich vor, wie sie in die Bibliothek geht, ein Lehrbuch liest, sich Notizen macht, ihre Notizen nochmal durchgeht). Die P. wird oftmals der Ergebnissimulation (= E.) gegenübergestellt. Bei der E. stellen sich Personen das pos. Ergebnis einer zielgerichteten Handlung vor (z. B. eine Schülerin, die sich auf eine Klausur vorbereitet, stellt sich vor, wie sie die Klausur mit der Bestnote zurückbekommt, wie sie sich freut, wie sie die Note ihren Eltern zeigt, usw.).

Die P. wirkt sich pos. auf die Zielerreichung (Ziele, Zielorientierung) und die Bewältigung von stressvollen Ereignissen aus, indem sie Problemlöseaktivitäten anregt: Zum einen fördert sie das Planen der Zielerreichung (z. B. das Festlegen des Wann, Wo und Wie der Handlungsinitiierung) und hilft Personen dabei, Projekte rechtzeitig zu beginnen und abzuschließen (Prokrastination, planningfallacy); zum anderen hilft sie bei der Emotionsregulation (z. B. Reduzierung von Ängstlichkeit, pos. Neuinterpretation von stressvollen Ereignissen, verstärkte Suche nach sozialer Unterstützung und Förderung von pos. Affekt). I. Ggs. zur P. fördert die E. die Zielerreichung und Bewältigung von stressvollen Ereignissen (Stressbewältigung) weniger und kann sich sogar neg. auswirken, indem sie Problemlöseaktivitäten verhindert.

Referenzen und vertiefende Literatur

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