Psychodynamik

 

(= P.) [engl. psychodynamics; gr. ψυχή (psyche) Seele, Hauch, δύναμις (dynamis) Kraft], [KLI], ist allg. die Lehre von den psych. Kräften und deren Wechselwirkungen zur Erklärung von Erleben und Verhalten. Ursprünglich wurde die P. in der psychoanalytischen Theorie (Psychoanalyse, Tiefenpsychologie) als Interaktion der Instanzen nach Freud verstanden (Instanzenmodell). So konnte bspw. das Über-Ich nicht nur als Instanz, sondern auch in seiner Wirkung auf das Es und die Konsequenzen dieser Wechselwirkung auf das Ich beschrieben werden. Die P. umfasst heute eine Vielzahl psychol. Modelle, z. B. die Theorien zu Grundkonflikten (Konflikt), Objektbeziehungen und Bindungsverhalten (Bindung). Entspr. werden in psychodynamischen Therapierichtungen Störungen bspw. auf unbewusste intrapsych. Konflikte, unterdrückte Impulse oder neurotische Verarbeitungsmuster zurückgeführt. Sie arbeiten mit Klärung, Konfrontation und Deutung und zielen so auf Änderung durch Einsicht und Verständnis.