psychoedukative Intervention

 

[engl. psychoeducational intervention; gr. ψυχή (psyche) Seele, Hauch, lat. educare erziehen, interveniere einschreiten, sich einmischen], [GES, KLI]Psychoedukation (= P.) kann im Einzelgespräch oder in Gruppen erfolgen und wird im dt.sprachigen Raum meist von Psychologen, Ärzten, aber auch von Sozialpädagogen oder geschultem Pflegepersonal durchgeführt. Auch Informationsbroschüren oder Bücher (Bibliotherapie) sowie Online-Informationen können i. w. S. als Formen der P. verstanden werden. In den Gruppen (P. i. e. S.) werden mehrere Pat. oder auch Angehörige von Pat. gemeinsam über die Erkrankungen informiert und veränderte Formen des Umgangs mit der Erkrankung erarbeitet und erprobt (Krankheitsbewältigung). Dabei spielen auch der Erfahrungsaustausch zw. den Betroffenen und die gegenseitige Unterstützung (soziale Unterstützung) eine wichtige Rolle. Wichtige Elemente bzw. Bausteine einer Intervention sind dabei: (1) Informationsvermittlung (Symptomatik der Störung, Ursachen (Ätiologie), Behandlungskonzepte etc.), (2) emot. Entlastung (Verständnis fördern, Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen, Kontakte etc.), (3) Unterstützung einer medikamentösen oder psychoth. Behandlung, indem die Kooperation zw. Behandler und Pat. (Compliance, Adhärenz) gefördert wird. «Hilfe zur Selbsthilfe» (z. B. Trainieren, wie Krisensituationen (Krise) frühzeitig erkannt werden und welche Schritte dann unternommen werden können). In stationären und zunehmend häufiger auch in teilstationären und ambulanten Behandlungssettings umfasst die psychiatrische und psychoth. Behandlung bei psych. Störungen strukturierte P., zumeist in der Gruppe. Die versch. Leitlinien zählen sie i. d. R. auch zu notwendigen Bausteinen der Behandlung. Entspr. dem Anspruch von P. als qualifiziertem Behandlungsbaustein ist auch zu fordern, dass sie in strukturierter (manualisierter) Form durchgeführt wird, und dass erfolgreich evaluierte Formen von P. umgesetzt werden. Evaluationen liegen dementspr. verhältnismäßig häufig von Gruppenprogrammen vor, P. im Einzelsetting orientiert sich häufig an diesen Manualen. Für andere Formen der P., wie Bibliotherapie oder Informationsbroschüren, liegen erst sehr wenige Evaluationsstudien vor.