Psychometrie

 

(= P.) [engl. psychometrics, gr. ψυχή (psyche) Seele, Hauch, μέτρον (metron) Maß], [DIA, FSE], ursprünglich die Untersuchung der zeitlichen Verhältnisse in den seelischen Vorgängen, heute die Messung (Messtheorie) psych. Erscheinungen ganz allg., auch das Forschungsgebiet, das sich mit der Messung des Psych. beschäftigt. Die P. hat sich aus der Psychophysik, die die Enstehung oder Veränderung von Wahrnehmungsempfindungen in Abhängigkeit von physikal. Reizeigenschaften untersucht, entwickelt. Die P. untersucht allg. funktionale Beziehungen zw. psych. oder zw. psych. und nicht psych. Variablen und beschäftigt sich mit Herstellung psychol., insbes. diagn. Skalen. Es handelt sich dabei (1) um Beziehungen zw. Reizen und den dadurch hervorgerufenen Erlebnissen. Der Begriff Reiz ist dabei weit gefasst, es können damit alle Gegebenheiten außerhalb des Organismus gemeint sein (z. B. auch Fragebogenitems). Weitere Forschungsbereiche bilden (2) die Beziehungen zw. körperlichen (physiol.) Vorgängen und ihren psychol. Korrelaten (z. B. zw. einer körperlichen und einer emot. Veränderung) und (3) die funktionalen Beziehungen der psychol. Variablen untereinander, z. B. zw. der Verlaufszeit eines seelischen Vorgangs und dem Grad der Motivation. Für die Diagnostik sind psychometrische Modelle v. a. bei der Erfassung von Merkmalsausprägungen mittels Fragebogen oder Tests von Bedeutung. Die Messtheorie nutzt psychometrische Modelle (insbes. Item-Response-Theorie (IRT), Klassische Testtheorie), um den Zus.hang zw. einem oder mehreren latenten Merkmalen (Konstrukt) und manifesten Itembeantwortungen bzw. von Antwortwahrscheinlichkeiten math. zu modellieren. Hierdurch kann insbes. die Reliabilität und Validität von Messprozeduren empir. geprüft werden (Gütekriterien). Empirische Sozialforschung.