psychomotorische Faktoren

 

[engl. psychomotor factors], [KOG], Psychomotorik; um sowohl die Anzahl der gegeneinander abgrenzbaren Dimensionen zu erheben, als auch Tests zur Vorhersage des psychomotorischen Leistungsverhaltens bei Eignungsuntersuchungen verwenden zu können, wurde v. a. in den 1950er- und 1960er-Jahren mit der Methode der Faktorenanalyse versucht, sämtliche Leistungen, bei denen motorische Prozesse eine Rolle spielen, auf die hinter ihnen stehenden hypothetischen Konstrukte zurückzuführen. Je nach einbezogenen psychomotorischen Variablen und Testverfahren wurde eine unterschiedliche Anzahl von Faktoren ermittelt. Guilford (1957) gibt in einer Matrix für die psychomotorischen Faktoren einen Überblick über die damals bekannten Dimensionen. Der Stärkefaktor resultiert aus Leistungsproben der versch. Körperteile. Motorische Leistungsproben, bei denen der Kräfteeinsatz maßgeblich ist, um die Bewegung in Gang zu bringen, lassen sich unter den Faktor Beschleunigung oder Antrieb zus.fassen. Die Schnelligkeit, mit der eine Bewegung dann weiter durchgeführt wird, bildet bezüglich der versch. Gliedmaßen ebenfalls einen Faktor, den der Geschwindigkeit. Der Faktor des statischen Gleichgewichts resultiert aus Aufgaben des Balancierens. Werden bei etwas schwierigeren Bewegungsaufgaben Genauigkeitsleistungen verlangt, so lassen sich diese ebenfalls wieder faktoriell zus.fassen (dynamischer Genauigkeitsfaktor). Je nachdem, welche Körperteile für die Koordination von Bewegungen benötigt werden, lassen sich Handgeschicklichkeitsfaktoren oder Fingerfertigkeitsfaktoren ermitteln. Die für sportliche Tätigkeiten notwendige allg. Beweglichkeit lässt sich auch faktorenanalytisch unter Heranziehung solcher «Flexibilitätsübungen» als Gelenkigkeitsfaktor nachweisen.

Pawlik (1968) hat die versch. P. nach dem Grad ihrer Bestätigung zus.gestellt. Mit apparativen Tests (z. B. pursuit rotor) konnte der Faktor der psychomotorischen Koordination gesichert werden. Der Faktor der Zielbewegungskoordination (aiming) wird gefunden, wenn mit Papier-und-Bleistift-Tests Aufgaben wie dotting durchgeführt werden. Werden bei der Bewegungsausführung Handgelenk und Armgelenk mitbenutzt, so lässt sich der Faktor tapping ermitteln. Werden Arm-Hand-Bewegungen auf ihre feinmotorische Sicherheit hin beansprucht, so lässt sich aus diesen Aufgaben der Faktor der Bewegungsruhe (steadiness) ableiten. Als speziellere Faktoren der Psychomotorik sind der Faktor der Händigkeit, das allg. motorische Tempo und die Artikulationsgeschwindigkeit aufzuführen. Unter diesen Faktoren könnten auch noch diejenigen, die sich mit der Schreibmotorik in Beziehung bringen lassen, hinzugerechnet werden.

Referenzen und vertiefende Literatur

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