Psychopharmaka im Kindes- und Jugendalter

 

[engl. psychopharmacotherapy in childhood and adolescence], [PHA], bez. den Einsatz von Psychopharmaka zur Behandlung von psych. Erkrankungen bei Minderjährigen. Die hauptsächlich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie verwendeten Psychopharmaka sind Stimulanzien, Antidepressiva und Antipsychotika. Indikationsgebiete sind für Stimulanzien hyperkinetische Störungen (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, ADHS), für Antidepressiva vornehmlich depressive Störungen (Depression), Angststörungen, Mutismus und Zwangsstörungen, für Antipsychotika bei Kindern und Jugendlichen Impulskontrollstörungen (sog. behavioral use) und Tic-Störungen. Daneben finden Antipsychotika wie in der Erwachsenenpsychiatrie Verwendung bei schizophrenen Psychosen (Schizophrenie) und zur Stimmungsstabilisierung. Aufgrund fehlender Zulassungsstudien sind viele Psychopharmaka oftmals nicht im Kindes- und Jugendalter zugelassen (off-label use). Dennoch finden sich für viele Substanzen in klin. Studien Hinweise für die Wirksamkeit, somit kann bei Störungsbildern wie ADHS, depressiven Störungen, Zwangsstörungen, Psychosen etc. evidenzbasiert (Evidenzbasierung) pharmakotherap. interveniert werden. Eine weitere Besonderheit der (Psycho-)Pharmakotherapie bei Minderjährigen ist, dass aufgrund des sich entwickelnden Organismus stoffwechselbedingt Wirkung, Nebenwirkungen, Dosis etc. vom Erwachsenen versch. sein können. Mit diesen Unterschieden in der Pharmakokinetik und -dynamik befasst sich die Entwicklungspsychopharmakologie. Die Tab. gibt einen Überblick über Indikationen und den Zulassungsstatus von Medikamenten im Kindes- und Jugendalter.

Referenzen und vertiefende Literatur

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