Pubertät, Gesundheitsrisiken

 

[engl. puberty, health risks], [GES], die Pubertät (= P.) ist durch spezif. Gesundheitsrisiken gekennzeichnet. Zwar weist das frühe Jugendalter im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen generell das niedrigste Erkrankungsrisiko auf. Bestimmte psych. Erkrankungen (z. B. depressive Störungen (Depression), Schizophrenie, Zwangsstörungen) treten dagegen verstärkt erst ab der P. auf. Zugleich steigt mit dem Jugendalter das Mortalitätsrisiko deutlich an, wobei die Sterblichkeit unter Jungen doppelt so hoch ist wie unter Mädchen. Haupttodesursache sind Unfälle und Vergiftungen. Jugendliche zeigen eine erhöhte Responsivität für Stressoren und neg. Affekte. Die Suche nach neuen Erfahrungen und riskanten Verhaltensweisen (Alkohol, Drogenkonsum, Rauchen, riskantes Verhalten im Straßenverkehr, riskantes Sexualverhalten), von denen zugleich eine erhöhte Anerkennung durch die Peergroup erwartet wird, können die Funktion haben, neg. Erlebnisse und Affekte zu bewältigen. Gleichzeitig werden alte Verhaltensmuster hinterfragt und ggf. ersetzt: Dies kann neg. Effekte auf die Gesundheit haben, wenn dadurch in der Kindheit etabliertes gesundheitsförderliches Verhalten aufgegeben wird. Das Jugendalter ist neben dem Vorschulalter ein in Bezug auf das Gesundheitsverhalten prägender Lebensabschnitt. Der steigende Autonomieanspruch von Jugendlichen verringert die Einflussmöglichkeiten von Eltern und Schule. Gleichzeitig wächst die Beeinflussbarkeit durch die Peergroup. Sie gibt gesundheitsrelevante Werte und Normen vor und setzt damit Orientierungsmaßstäbe für Risikowahrnehmung, -bewertung und Risikoverhalten. Gesundheitsförderung bei Jugendlichen gelingt nur, wenn der Einfluss der Gleichaltrigen berücksichtigt wird.

Referenzen und vertiefende Literatur

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